
Azzie beschloß, der Abteilung einen Besuch abzustatten, sich das Lager mit eigenen Augen anzusehen und vorsorglich alles beiseite zu schaffen, was er brauchen würde, sobald er bereit war, seinen Prinzen und seine Prinzessin zusammenzusetzen. Ja, es wurde Zeit, den Limbus aufzusuchen, diese nur schwer zu erklärende Region, in der all die übernatürlichen Ereignisse geboren wurden, die das Schicksal der Menschheit in die eine oder andere Richtung steuerten.
Und er würde die Augen auf seiner Suche nach einem geeigneten Kopf offen halten…
KAPITEL 7
Azzie brach mit einem Gefühl des Bedauerns auf. Er wußte, daß er sich nicht derartige sentimentale Gefühle wegen eines Stücks Land gestatten sollte, das ihm nur kurze Zeit gehören würde und auf dem er sich nur aufhielt, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Trotzdem, die ganze Arbeit am Anwesen und den Feldern… Er hatte noch nie so viel von sich selbst in irgendeinen Ort eingebracht und zugesehen, wie er sich gemäß seinen Vorstellungen verwandelte. Das Chateau des Artes begann, sich irgendwie… wie ein Zuhause anzufühlen.
Und die Reise in den Limbus war nicht gerade gefahrlos. Es gab immer Schwierigkeiten beim Übertritt von einem Reich in ein anderes. Schon die Gesetze eines Reichs, zum Beispiel die der Erde, können nicht vollständig verstanden werden. Um wieviel schwerer waren da erst die seltsamen Gesetze zu verstehen, denen die Reisen zwischen den verschiedenen Existenzebenen unterworfen waren.
Glücklicherweise lief diesmal alles glatt. Azzie hatte die erforderlichen Vorbereitungen getroffen, die griechischen Worte gesprochen und die hebräischen Beschwörungen intoniert. Flammen loderten auf, und plötzlich befand er sich auf einer langgestreckten Ebene, die auf beiden Seiten von öden schwarzen Bergen gesäumt wurde. Der Himmel war weiß und heiß und gelegentlich von grünen Wirbeln durchzogen, als ob dort Dschinns im schnellen Formationsflug unterwegs wären.
