Worth löste die Blondine lange genug von seinem Hals, um vom Aufzug zu seinem Apartment im Loft eines alten Lagerschuppens zu gelangen. Er stieß die Tür auf und blieb einen Augenblick lang stehen, um ihr Gelegenheit zu geben, die ganze Wirkung in sich aufzunehmen. Beträchtliche Brocken seines durchaus großzügigen Gehalts hatte er dafür aufwenden müssen, um das Zimmer in dem von ihm geschätzten Stil der Siebzigerjahre auszugestalten. Worth’ Stolz war, dass er es geschafft hatte, sämtliche nötigen Möbelstücke in schwarzem Leder, Glas und Chrom zu besorgen, die einen beeindruckenden Kontrast zu dem blütenweißen Shag-Teppichboden bildeten, den er speziell hatte anfertigen lassen. Drei Wände waren in Eichenlaminat vertäfelt — echte Eiche war selbst ihm zu teuer. Die vierte bedeckten schwarze Samtvorhänge, die von der Decke bis zum Boden reichten. Die frei stehende Bar parallel zu einer der vertäfelten Wände hatte eine schwarze Marmorplatte sowie Schubladen und Regale ebenfalls aus Eichenlaminat, was exakt zu den Wänden passte.

Farblich darauf abgestimmte rote Lava-Lampen — Originale, nicht etwa Reproduktionen — beleuchteten den Raum und erzeugten die gewünschten Farbtöne. Deckenspots hoben die Dali- und Escher-Drucke an den Wänden hervor. Fichtennadelduft mischte sich in die schwachen Spuren von abgestandenem Schweiß, Sex, Rost und Leder, konnten sie aber nicht ganz überdecken.

Sie blieb einen Augenblick lang stehen und sah sich im Raum um. Dann schenkte sie ihm ein blendend perfektes Lächeln und vergrub das Gesicht an seinem Hals, schmiegte sich an ihn. Herrgott, die musste wirklich heiß sein …

»Einen Drink? Ich nehme einen Martini.« Er grinste ein leider nur vermeintlich wissendes Grinsen und knödelte: »Natürlich geschüttelt, nicht gerührt.« Er trat an die Bar und nahm diverse Flaschen von dem Glasregal dahinter.

»Warum nicht?« Sie lachte, ließ ihre Handtasche auf die Couch fallen.

Er schenkte ihr ein und reichte ihr das Glas. »Cheers.«



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