
»Und ein kleiner Junge zeigt mit seinem Handschuh nach oben«, ergänzte Dave. »Das ist das i-Tüpfelchen. Die Leute betrachten das Foto und sagen sich: ›Mensch, das sind bestimmt Besucher aus dem Weltall, die sich mal kurz die berühmteste Freizeitbeschäftigung Amerikas ansehen wollen.‹ Dennoch: Es ist ein einzelnes unbekanntes Phänomen, bloß mit spektakulären Bildern, deshalb interessieren sich die Leute immer wieder dafür.«
»Nur nicht der Boston Globe«, warf Vince ein, »auch wenn ich vermute, dass er im Notfall drauf zurückgreifen würde.«
Die beiden Männer lachten so entspannt, wie es nur alte Freunde tun.
»Also«, sagte Vince, »vielleicht kennen wir tatsächlich ein ungelöstes Rätsel …«
»Das ist leicht untertrieben«, sagte Dave. »Wir kennen mindestens eins, mein Mädchen, bloß haben wir nicht die geringste Ahnung, was damals passiert ist …«
»Eventuell das Steak«, warf Vince ein, klang aber nicht sehr überzeugt.
»Oh, ah jo, aber das ist ja selbst schon ein Rätsel, meinst du nicht?«, gab Dave zurück.
»Doch«, stimmte Vince zu, ziemlich zerknirscht. Er sah auch so aus.
»Ich komme nicht mehr mit«, gestand Stephanie.
»Ah jo, die Geschichte von Colorado Kid ist ziemlich verwirrend, das stimmt«, bestätigte Vince, »weshalb sie auch nichts für den Globe ist, würde ich sagen. Zuerst mal zu viele Unbekannte. Außerdem nichts, wo man mit Sicherheit sagen könnte: So ist es gewesen.«
Er beugte sich vor und fixierte Stephanie mit seinem klaren blauen Yankee-Blick. »Du willst doch Journalistin werden, oder?«
»Das wisst ihr doch«, sagte Stephanie verdutzt.
»Gut, dann verrate ich dir ein Geheimnis, das so gut wie jeder Journalist kennt, der einige Zeit dabei ist: Im wahren Leben gibt es nur wenige bis gar keine runden Geschichten, also Geschichten mit Anfang, Mitte und Ende. Aber wenn man dem Leser eine Unbekannte vorsetzt (allerhöchstens zwei) und dann das beisteuert, was unser Dave Bowie ein ›Muss‹ nennt, erzählt sich der Leser diese Geschichte selbst. Erstaunlich, was?
