»Nein. Was denn?«, fragte Stephanie belustigt.

»Ich finde es gut, dass das Geld im Umlauf bleibt, wie Wäsche im Trockner. Das beobachte ich gerne. Und diesmal landet das Geld, wenn die Maschine endlich stehen bleibt, hier auf Moosie, wo die Leute es wirklich brauchen. Am tollsten ist allerdings, dass der Typ aus Boston zwar unser Essen bezahlt hat, aber nichts in der Hand hatte, als er zur Fähre ging.«


»Als er zur Fähre rannte«, verbesserte ihn Dave. »Er musste sich doch beeilen! Ich hab an dieses Gedicht von Edna St. Vincent Millay gedacht: ›Wir waren so müde, wir waren so froh, wir fuhren die ganze Nacht auf dem Boot.‹ Oder so ähnlich.«

»Na, froh sah er mir nicht gerade aus. Aber wenn er im nächsten Ort eintrifft, ist er bestimmt richtig müde«, meinte Vince. »Ich glaube, er hat von Maddewaska gesprochen. Vielleicht findet er ja da ein ungelöstes Rätsel. Zum Beispiel, warum da überhaupt freiwillig Menschen leben. Pass jetzt auf, Dave!«

Stephanie war überzeugt, dass zwischen den beiden Männern eine schlichte, aber gut funktionierende Telepathie herrschte. Seit ihrer Ankunft auf Moose-Lookit Island vor drei Monaten hatte sie mehrere Beweise dafür erlebt. Dies war wieder eines. Die Kellnerin kam näher, die Rechnung in der Hand. Dave hatte ihr den Rücken zugewandt, Vince sah ihr entgegen. Der Jüngere schien dennoch genau zu wissen, was der Redakteur des Islander von ihm erwartete: Dave griff in die Gesäßtasche, holte seine Börse heraus, zog zwei Scheine hervor, faltete sie und schob sie über den Tisch. Kurz darauf stand Helen vor ihnen. Mit seiner knotigen Hand nahm Vince die Rechnung entgegen, mit der anderen drückte er die Geldscheine in die Tasche von Helens Uniform.

»Danke, meine Liebe«, sagte er.

»Wollt ihr wirklich keinen Nachtisch?«, fragte sie. »Es gibt Macs Schokoladenkuchen mit Kirschen. Steht nicht auf der Karte, aber es ist noch was da.«



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