Ja, sagte sie, die Kinder seien von ihr. Zwei Jungen, zwei Mädchen. Von dem Vater habe sie sich vor langer Zeit scheiden lassen. Sie und Greg seien erst kurz zusammen: seit achtzehn Monaten verheiratet, noch in den Flitterwochen.

»Belinda ist meine Jüngste - sie heiratet einen Tierarzt«, sagte Vicky. »Sie war schon immer verrückt auf Tiere.«

Ich lachte.

»Na ja«, sagte sie, »natürlich hoffe ich, daß sie auch in ihn vernarrt ist. Sie arbeitet seit Jahren mit ihm, aber gefunkt hat’s erst vor ein paar Wochen. Auf jeden Fall fahren wir jetzt ins Pferdeland. Er hat hauptsächlich mit Pferden zu tun. Er ist Tierarzt an der Rennbahn von Cheltenham.«

Ich schnalzte leise mit der Zunge, worauf sie mich fragend anschauten.

»Mein Vater und meine Mutter«, sagte ich, »haben sich auf der Rennbahn von Cheltenham kennengelernt.«

Darüber staunten sie natürlich, und es schien mir ein bißchen dumm, jetzt noch nachzuschicken, daß meine Mutter und mein Stiefvater sich auf der Rennbahn von Cheltenham kennengelernt hatten, deshalb ließ ich es bleiben. Mein richtiger Vater, dachte ich, war sowieso John Darwin: Nur an ihn konnte ich mich erinnern.

Fred sagte nachdenklich: »Hat Ihr Vater nicht seine ganze Jugend auf Rennplätzen verbracht? Sagten Sie das nicht damals in Tokio, als Sie zum Japan Cup gegangen sind?«

»Kann sein, daß ich es gesagt habe«, gab ich zu, »dann war das wohl etwas übertrieben. Er geht aber immer noch hin, wenn sich die Gelegenheit bietet.«

»Ist es üblich, daß Botschafter zum Pferderennen gehen?« fragte Vicky verwundert.

»Dieser besondere Botschafter betrachtet Rennbahnen als das ideale diplomatische Parkett«, sagte ich ironisch, aber herzlich.

»Er lädt die hohen Herren des nationalen Jockey-Clubs zu einer Botschaftsparty, und sie laden ihn dafür zu den Rennen ein. Er sagt, beim Pferderennen lernt er mehr über ein Land als in vier Wochen diplomatischen Hände-schüttelns. Und recht hat er. Wußten Sie, daß es auf der Rennbahn von Tokio Fahrrad-Parkplätze gibt?«



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