Greg sagte: »Ehm ... ah ... ich komme nicht ganz mit.«

»Nicht nur Parkplätze für Autos«, erklärte ich. »Auch Motorrad- und Fahrrad-Parkplätze. Und zwar reihenweise. Das sagt eine Menge über die Japaner aus.«

»Was denn zum Beispiel?« fragte Vicky.

»Daß sie ihr Ziel so oder so erreichen.«

»Meinen Sie das im Ernst?«

»Natürlich«, sagte ich würdevoll. »Und eine Kinderkrippe gibt es auf der Rennbahn auch. Man läßt die Kleinen im Bauch eines riesigen wippenden Donald Duck spielen, während man ungestört sein Geld verwettet.«

»Und was lernen Sie daraus?« neckte Vicky.

»Daß die Kinderkrippe mit Gewinn arbeitet.«

»Laßt euch von Peter nicht irritieren«, meinte Fred begütigend. »Er denkt um tausend Ecken, aber im Ernstfall kann man auf ihn zählen.«

»Danke«, sagte ich trocken.

Greg stellte ein paar Fragen über unsere Zeit in Japan. Ob es uns zum Beispiel gefallen habe. Sehr, sagten wir beide. Und konnten wir auch die Sprache? Wir konnten. Fred war Legationsrat 1. Klasse in der Handelsabteilung gewesen, damit beschäftigt, die wirtschaftlichen Beziehungen anzukurbeln. Ich dagegen hatte zu erkunden gehabt, was voraussichtlich auf der politischen Bühne geschehen würde.

»Peter ist zu den Mittagessen und den Cocktailparties gegangen«, sagte Fred, »und Peter hat Sake aus viereckigen Holzschalen getrunken statt aus Gläsern.«

Die Bräuche und Besonderheiten Japans waren mir noch frisch im Gedächtnis, kaum überlagert von dem Monat in Mexiko. Wenn man eine Kultur zurückläßt, die man sich ernsthaft zu verstehen bemüht hat, führt das immer zu einem eigenartigen Verlustgefühl. Nicht gerade so, als ob man ins Leere stürzt, aber doch eine schmerzliche Trennung.

Die Gäste des Restaurants waren nach und nach gegangen, bis nur wir vier noch übrig waren. Vicky und Greg standen auf, um ihre Ausrüstung zusammenzupacken, und ganz selbstverständlich teilten Fred und ich uns die Rechnung bis auf den letzten Cent.



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