
»Möchten Sie’s in Yen?« fragte ich.
»Um Gottes willen«, sagte Fred. »Haben Sie auf dem Flughafen nichts umgetauscht?«
Doch, hatte ich. Gewohnheitssache. Fred nahm die Scheine und gab mir etwas Kleingeld heraus, das ich einsteckte. Das Auswärtige Amt war ständig pleite, und unser Grundgehalt entsprach nicht annähernd dem Status und der Verantwortung, die man uns auflud. Ich beklagte mich nicht. Niemand trat je in den diplomatischen Dienst ein, um steinreich zu werden. Fred sagte, er werde mich zurück zum Flughafen bringen, damit ich nicht noch ein Taxi zu bezahlen brauchte, und das war nett von ihm.
Vicky und Greg kamen wieder; sie mit einer großen weißen Handtasche, auf der bunte, in weiße Zierschnur gefaßte Steine glitzerten, und dann er mit einer schweren knautschigen Reisetasche, die er sich jungenhaft über die Schulter gehängt hatte. Wir verließen das Restaurant alle zusammen, blieben noch eine Weile vor der Tür stehen, um uns gute Nacht zu sagen, und Vicky und Greg brüteten aus, wo sie mich am nächsten Tag treffen könnten.
In einem Glaskasten neben der Tür hing eine Speisekarte, flankiert von zwei großformatigen Schwarzweißfotos der Sänger, Aufnahmen, die offensichtlich vor langer Zeit entstanden waren.
Vicky sah, wo ich hinschaute, und zog einen kleinen traurigen Schmollmund, blieb sonst aber gelassen. Ihr
Porträt, das eindrucksvolle Hochglanzfoto einer Bühnenschönheit mit schräggelegtem Kopf, schrägen Schultern, viel Licht auf der Stirn, leuchtenden Augen, taktvollen Schatten auf dem Ansatz eines Doppelkinns, mußte vor mindestens zwanzig Jahren aufgenommen worden sein. Der offen und direkt in die Kamera lächelnde Greg war mit weniger fotografischer Finesse abgelichtet und ein klein wenig unscharf, als wäre das Bild die Vergrößerung eines nicht ganz gelungenen Abzugs. Es war auch ein früherer Greg, dünner, betont männlich, kantig, mit einem dunklen, jetzt nicht mehr vorhandenen Schnurrbart.
