
Vicky sank mir kraftlos in die Arme, nicht mehr die wütende, siegreiche Furie, sondern nur noch ein zitterndes Häufchen Elend, das mit heiserer Stimme wirres Zeug redete.
»Gott. Ogottogott ... Die waren zu zweit ... Greg ...«
Rasch näher kommende Scheinwerfer strahlten uns an. Vicky und ich erstarrten wie geblendete Kaninchen, und ich spannte die Muskeln, um uns beide nach der Seite zu werfen, als der Wagen mit quietschenden Reifen anhielt und die schwarze Gestalt, die wie ein Schatten in den Lichtkegel trat, sich in den vertrauten Anblick Freds verwandelte. Der rettende Konsul. Guter alter Fred. Ich fühlte mich etwas benommen und kam mir deshalb blöd vor.
»Geht’s ihr gut?« fragte Fred mich besorgt. »Wo ist Greg?«
Vicky und ich lösten uns voneinander, und zu dritt machten wir uns auf die Suche nach Greg.
Er war nicht schwer zu finden. Bewußtlos zusammengesunken lag er vor dem Hinterrad auf der straßenabge-wandten Seite des dunkelblauen BMW, der ihm und Vicky gehörte.
Ein Augenblick ungläubigen, entsetzten Schweigens trat ein. Dann fiel Vicky mit einem Aufschrei neben ihm auf die Knie, und ich hockte mich hin und legte ihm die Finger an den Hals, um den Puls unter seinem Kinn zu fühlen.
»Er lebt«, sagte ich erleichtert im Aufstehen.
Vicky schnüffelte, weinte immer noch vor Kummer. Fred sagte, praktisch wie immer: »Am besten rufen wir einen Krankenwagen.«
Ich stimmte ihm zu, doch ehe wir etwas unternehmen konnten, jaulte ein Polizeiauto die Straße entlang und hielt neben uns an, auf dem Dach eine Leiste mit rot, weiß und blau blinkendem Licht.
Ein kräftiger Mann in mitternachtsblauer Hose und Hemd mit Dienstabzeichen stieg aus, zückte sein Notizbuch und erklärte, er sei wegen einer schreienden Frau verständigt worden; was es damit auf sich habe? Alle Achtung, dachte ich. Phantastisches Einsatztempo. Er sei in der Nähe Streife gefahren, sagte er.
