>Der tauchende Pelikane, weniger eindrucksvoll als sein Name, lag schummrig beleuchtet am Ende einer dunklen Ladenzeile. Sonst schien in der Ecke nicht viel los zu sein, doch die rund zwanzig Parkplätze vor dem Lokal waren belegt. Ich zog die Tür auf, betrat die kleine Eingangshalle und wurde von einer jungen Frau begrüßt, die mit einem strahlenden Lächeln sagte:

»Und wie geht’s uns heute?«, als ob sie mich seit Jahren kennen würde.

»Gut«, sagte ich und fragte nach Fred.

Das Lächeln wurde breiter. Fred war schon da. Fred war anscheinend gern gesehen.

Er saß allem an einem runden Tisch mit einem cremefarbenen Spitzendeckchen über einer rosa Schutzdecke. Rostfreies Besteck, rosa Servietten, schlichte Weingläser, Öllämpchen, eine Nelke in einer Solitärvase - das Zubehör der mittleren bis gehobenen Preisklasse. Kein sehr großes Lokal, aber gut besucht. Von einem tauchenden oder sonst einem Pelikan war nichts zu sehen.

Fred stand auf, um mir die Hand zu geben, und die lächelnde Dame rückte mir einen Stuhl zurecht, präsentierte eine Speisekarte aus Glanzpapier und zeigte ihre Backenzähne.

»Fein, fein«, sagte Fred. »Tut mir leid, daß ich solo bin, aber Meg wollte die Kinder nicht allein lassen. Sie haben die Windpocken.«

Ich gab ein paar mitfühlende Laute von mir.

»Sind voller Flecken, die Ärmsten«, sagte Fred. »Nehmen Sie Wein?«

Wir aßen Salat als Vorspeise, wie es die Amerikaner tun, und tranken einen annehmbaren Roten. Als ich ihn nach der Arbeit in seinem Konsulat fragte, erzählte mir Fred, er habe es hauptsächlich mit britischen Touristen zu tun, die sich über verlorene Ausweise, gestohlenes Geld und entfleuchte Liebhaber beklagten.

»Die binden einem die wildesten Bären auf«, sagte Fred.

»Rührstücke am laufenden Band.« Mit heimlicher Belustigung sah er mich von der Seite an. »Ein netter kleiner Legationsrat wie Sie, der das Leben in der Botschaft gewöhnt ist, wäre diesen Unglücksraben hilflos ausgeliefert. Die Hälfte von denen will nichts als eine kostenlose Heimfahrt.«



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