Sie sprach dialektfreies britisches Englisch mit einer klaren, geübten Diktion. Ließ man ihr Getändel einmal beiseite, wirkte sie abgeklärt, selbstsicher und vernünftig, und ich befürchtete für die Reise am nächsten Tag nicht mehr das Schlimmste. Mit den Flugbegleiterinnen konnte ich wohl doch ein andermal anbändeln.

Greg sagte: »Meine Frau würde sogar mit einem Stuhlbein flirten«, und beide sahen mich lieb an und lachten.

»Traut Peter nicht«, warnte Fred sie ironisch. »Er ist das größte Schlitzohr, das ich kenne, und ich kenne wirklich eine Menge.«

»Pfui, wie gehässig«, sagte Vicky ungläubig. »Er ist doch ein Lamm.«

Fred lachte hüstelnd und vergewisserte sich, ob wir tatsächlich alle denselben Flug gebucht hatten. Es stand außer Zweifel. Ein Jumbo der British Airways nach Heathrow. Alle in der Touristenklasse.

»Fein. Fein«, sagte Fred.

Greg, dachte ich, war Amerikaner, obwohl man es kaum merkte. Er war weder noch oder beides: gemischter Akzent, amerikanische Kleidung, englischer Gesichtsschnitt. Er gehörte zur Szene hier in Miami und besaß auch eine gewisse Ausstrahlung, aber nicht das natürliche Bühnencharisma seiner Frau. Er war kein Solist gewesen, dachte ich.

Er sagte: »Sind Sie auch Konsul, Peter?«

»Im Augenblick nicht.«

Da er verblüfft dreinsah, erklärte ich es. »Im britischen diplomatischen Dienst richtet sich der Titel nach dem Posten, den man gerade hat. Man nimmt seinen Rang nicht mit. Ob Sie an dem einen Ort nun Legationsrat 1. oder 2. Klasse sind, Botschaftsrat, Konsul oder Generalkonsul, ob Gesandter, Hochkommissar oder Botschafter - am nächsten Ort sind Sie wahrscheinlich etwas anderes. Der Rang bleibt bei dem Posten. Sie erhalten den Rang, der zu Ihrem neuen Job gehört.«

Fred nickte zustimmend. »In den Staaten gilt, einmal Botschafter, immer Botschafter. >Ihre Exzellenz< auf immer und ewig. Selbst wenn man nur für zwei, drei Jahre Botschafter in irgendeinem winzigen Land gewesen ist und danach bloß noch Staub wischt, behält man den Titel. Nun, bei den Briten ist das anders.«



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