An Ortegas Rückgrat lief etwas Kaltes auf und ab.

»Das müssen Sie bei einem Aufnahmegespräch gehört haben, vermutlich bei einem mit Brazil«, riet er. »Die Menschen hier haben nicht viel Ähnlichkeit mit Ihnen. Sie sind gerade hier angekommen. Es wundert mich, daß man Sie nicht erschossen hat.«

Zigeuner lachte leise.

»Man hat mich nicht erschossen, weil ich in Wirklichkeit nicht gerade angekommen bin. Ich bin schon seit Wochen hier. Hergekommen bin ich durch das Zone-Tor.«

»Jetzt weiß ich, daß Sie lügen«, beschuldigte ihn der Ulik. »Die Ambreza würden zur Zeit keinen Typ 41 durch das Tor lassen.«

»Ich habe nicht das Tor in Ambreza benützt«, erwiderte Zigeuner ruhig. »Ich benützte… äh, sagen wir, ein anderes. Ich möchte im Augenblick lieber nicht erwähnen, welches.«

Die Kälte am Rücken stellte sich wieder ein, obwohl Ortega nicht hätte erklären können, warum er diesem Mann glaubte.

»Das ist ausgeschlossen«, erklärte er. »So funktioniert der Schacht nicht.«

»Das weiß ich«, gab der Neuankömmling ungerührt zurück. »Wenn Sie es sagen.«

»Vielleicht erklären Sie das besser alles einmal«, sagte der Botschafter argwöhnisch.

Zigeuner lachte.

»Nein, davon halte ich nichts. Jedenfalls nicht gleich. Aber Ihr Gespräch mit dem Czillaner fand ich faszinierend. Sie haben viel länger gebraucht, um dahinterzukommen, als wir dachten, wissen Sie.«

Das war die ärgerlichste Bemerkung bisher, vor allem deshalb, weil Ortega Zigeuner recht geben mußte. Er ließ sich nicht gern übertölpeln. Er zog es vor, die Fäden zu ziehen, und das gelang ihm auch meistens.

»Außerdem bin ich hier, um mit Ihnen zu reden«, fuhr Zigeuner fort. »Nur zu reden. Als Botschafter der Neuzugänge, könnte man sagen.«

»Als Botschafter Brazils, meinen Sie.«

»Auch das«, gab Zigeuner zu. »Sie haben inzwischen das meiste richtig erfaßt, und wir wollen wissen, was Sie jetzt zu tun gedenken.«



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