
Am Wochenende fuhr Toni manchmal nach San Francisco, wo wirklich etwas geboten war. Sie trieb sich in den Restaurants und Clubs herum, in denen Live-Musik lief. Sie suchte Harry Denton’s auf, das One Market Restaurant und das California Cafe, und wenn die Musiker im Laufe des Abends eine Pause einlegten, setzte Toni sich ans Klavier und spielte und sang. Die Gäste waren begeistert. Und wenn Toni hinterher ihre Zeche zahlen wollte, winkten die Inhaber immer ab. »Nein, das geht auf Kosten des Hauses«, sagten sie. »Sie sind wunderbar. Kommen Sie bitte bald wieder.«
Hast du das gehört, Mutter? »Sie sind wunderbar. Kommen Sie bitte bald wieder.«
Eines Samstag abends aß Toni im French Room des Cliff Hotels zu Abend. Die Musiker legten eine Pause ein und gingen von der Bühne. Der Oberkellner schaute Toni an und nickte einladend.
Toni stand auf und ging quer durch das Lokal zum Klavier. Sie setzte sich hin, stimmte ein Cole-Porter-Stück an und begann zu singen. Als sie aufhörte, gab es begeisterten Applaus. Sie sang zwei weitere Songs und kehrte dann an ihren Tisch zurück.
Ein kahlköpfiger Mann mittleren Alters kam zu ihr. »Entschuldigen Sie bitte. Darf ich mich einen Moment zu Ihnen setzen?«
Toni wollte bereits nein sagen, als er hinzufügte: »Ich bin Norman Zimmerman. Ich will eine Tourneeaufführung von Der König und ich produzieren. Ich würde gern mit Ihnen darüber sprechen.«
Toni hatte gerade einen überschwenglichen Zeitungsartikel über ihn gelesen. Er galt als Theatergenie.
Er setzte sich. »Sie besitzen ein bemerkenswertes Talent, junge Frau. In Lokalen wie diesem vergeuden Sie nur Ihre Zeit. Sie sollten am Broadway auftreten.«
