
Seltsam nur, dass sich nirgends irgendwelche Lebenszeichen zeigten. MacNeil wurde nervös. Auch sein Pferd wirkte gereizt.
Beruhigend tätschelte er den Hals des Tieres. Das Fort behielt er unverwandt im Blick.
Duncan MacNeil war ein groß gewachsener, muskulöser Mann Ende zwanzig. Die zerzausten blonden Haare reichten bis zu den Schultern; ein einfaches Stirnband aus Leder sorgte dafür, dass sie nicht ins Gesicht fielen.
Daraus stachen unter einer breiten Stirn zwei blaugraue, aufmerksame Augen hervor. An dem kräftigen Körper war kein Gramm Fett zu viel. Er trainierte fleißig, damit sich daran nichts änderte. Seine Kleidung war schlicht und zweckmäßig und seine lässige Haltung auf dem Rücken des Pferdes ließ erkennen, dass er viel Zeit im Sattel zubrachte. In einer ramponierten Scheide steckte sein Schwert, immer griffbereit.
Schon mit fünfzehn war er unter falscher Altersangabe der Garde beigetreten, vor allem aus Lust am Abenteuer.
Der Dämonenkrieg hatte ihm zwar den Kopf zurecht gerückt, doch tief im Innern konnte er sich nicht damit begnügen, einfach nur seinen Dienst zu tun und Sold dafür zu kassieren. Er brauchte den Nervenkitzel wie die Suppe das Salz, und dass er ständig darauf aus war, brachte ihn immer wieder in Schwierigkeiten und hatte schon einige Male dafür gesorgt, dass er, kaum befördert, wieder degradiert worden war. Nach einem besonders unglücklichen Vorfall und der Verwüstung einer Schankstube — vorausgegangen war seine Beschwerde über verwässertes Bier, die den Wirt zu heftigen Protesten gereizt hatte —, war er von seinen Vorgesetzten vor die Wahl gestellt worden, sich entweder den Rangern anzuschließen oder für den Rest seines Lebens im Steinbruch des Strafgefangenenlagers zu schuften.
