Das lange ramponierte Kettenhemd ließ die Arme ungeschützt. Bluse und Leggins waren alt, aber gepflegt. Immer zeigte sie ein offenes, heiteres Gesicht, selbst wenn sie kämpfte, was nicht selten der Fall war. Sie zählte zu den wenigen, die die letzte große Schlacht des Dämonenkrieges vor den Mauern der Hagburg überlebt hatten. Davon zeugten noch etliche Narben und der Umstand, dass ihrer linken Hand zwei Finger fehlten. Ihr Schwert steckte in einer langen, geschwungenen Scheide, die mit feinem Silberschmuck beschlagen und kostbarer war als Schwert und Pferd zusammengenommen. Flint konnte mit Recht sehr stolz darauf sein.

Giles der Tänzer ritt an ihrer Seite — wie immer. Unauffällig gekleidet und ohne Harnisch, war er schlank von Gestalt und mittelgroß. Sein ebenmäßiges Gesicht hatte kaum markante, individuelle Züge. In einer größeren Menschenmenge bliebe er unbemerkt. Er war ein Schwertmeister, ein Mann, der so vollkommen zu fechten gelernt hatte, dass er mit einem Schwert in der Hand kaum zu bezwingen war. Schwertmeister hatte es auch schon vor dem Dämonenkrieg nur wenige gegeben; inzwischen, so hieß es, gab es im ganzen Hag nur zwei von ihnen, und der Tänzer war einer der beiden. Er verhielt sich immer sehr still und höflich, und sein Blick war flüchtig und scheu. Keiner wusste genau, wie viele Männer er schon getötet hatte; man munkelte, dass er sich selbst nicht mehr erinnerte. Er und Flint waren Partner seit sie dem Trupp von MacNeil angehörten. Sie standen in dem Ruf, jeden Job zu Ende zu bringen, koste es, was es wolle. Die beiden waren nicht durchweg beliebt, aber Respekt wurde ihnen überall entgegengebracht. Sie waren nunmehr schon fast sieben Jahre mit MacNeil zusammen, nicht zuletzt deshalb, weil er der Einzige war, der sie halbwegs unter Kontrolle halten konnte. Sie respektierten ihn. Meistens.

An Flint gewandt, sagte der Tänzer, als sie auf die beiden anderen zuritten: »Wir müssten bald da sein, oder, Jessica?«

»Ja«, antwortete Flint geduldig. »Weshalb hast du es so eilig? Bislang sind alle, die sich dem Fort genähert haben, spurlos von der Bildoberfläche verschwunden.«



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