„SSSR-KS 3“

Boris Melnikow kannte den gigantischen Raketenflughafen am Kljasma-Ufer sehr gut. Es war ein Fleckchen Erde, das er nie vergessen würde. Von hier aus hatte er an Bord des Raumschiffes „SSSR-KS 2“, das von Sergej Alexandrowitsch Kamow geleitet wurde, zum ersten Mal diese Welt verlassen. Hierhin war das Schiff unter dem Kommando Belopolskis zurückgekehrt.

Ohne seinen Kommandanten. Man hatte ihn für tot gehalten und auf dem Mars zurückgelassen. Hier hatte dann das unvergessene Wiedersehen mit Kamow stattgefunden, der wie durch ein Wunder vom Tode errettet worden war. Von hier aus war Paitschadse mit der Expedition Belopolskis an Bord des gleichen „SSSR-KS2“ zum Mond geflogen und, nach einem dreiwöchigen Aufenthalt, zurückgekehrt. Schließlich hatte sich eine englische Expedition unter William Jenkins, der Melnikow als einziger Russe angehörte, von hier aus zu einem Sputnik der Erde begeben.

Einstmals waren auf diesem Feld Versuche mit Atomraketen durchgeführt worden. Das war zu der Zeit, da die Raumfahrten erst vorbereitet wurden. Nach dem Flug von „SSSR-KS 2“ zum Mars war der Raketenflughafen dann völlig den Raumfahrern zur Verfügung gestellt worden. Nun wurden dort die sowjetischen Raumschiffe erprobt, gestartet und gelandet Der Holzzaun war durch ein Eisengitter ersetzt worden. Das Flugfeld hatte eine Betondecke erhalten. Nirgends auf der Welt gab es einen Platz wie diesen, zwölfeinhalb Quadratkilometer groß, eben und glatt wie ein Tisch. Das Gebäude des interplanetaren Bahnhofs war noch das gleiche wie früher, weiß, mit einem flachen Dach, das eine Marmorbalustrade säumte. Aber ringsum war inzwischen eine ganze Stadt emporgewachsen. Zwei Werke, die Teile von Raumschiffen, Mechanismen und Ausrüstungsstücke herstellten, ein astronomisches Observatorium, ein Institut für Kosmogonie, zahlreiche Laboratorien und Wohnhäuser standen zu konzentrischen Halbkreisen geordnet, deren Enden sich an die Einfriedung des Raketenflughafens lehnten. Die peinlich genauen Fluchten der halbrunden, baumbesetzten Straßen und die einheitliche Architektur verliehen der Stadt, die den Namen „Kamowsk“ trug, einen geometrischen Charakter.



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