Acht Jahre beharrliche Arbeit…

Drei Jahre lang hatte Melnikow an der physikalisch-mathematischen Fakultät studiert, vier Jahre hatte er sich mit Astronomie und Astronautik beschäftigt, zweimal war er — als Mitglied einer sowjetischen und englischen Expeditionsgruppe — zum Mond geflogen. Er hatte Wissen und Erfahrung erworben.

Melnikow erinnerte sich der energischen Gesichtszüge Wtorows, seiner hellblauen Augen, in denen Verstand aufleuchtete, und gelangte zu dem Schluß, daß Professor Balandin sich in dem jungen Mann wohl nicht getäuscht habe.

Ingenieur Wtorow hatte auf Melnikow einen sehr guten Eindruck gemacht. Die Übereinstimmung ihrer Ansichten trug dazu in nicht geringem Maße bei. Ebenso wie Melnikow vor acht Jahren drängte Wtorow nach seiner ersten Fahrt in den Kosmos, und er würde im Raumschiff die gleichen Pflichten zu erfüllen haben. Und auch er würde auf der Erde eine junge Frau zurücklassen.

Melnikow schloß die Augen. Wie leibhaftig stand ihm die Frau, die er liebte, vor Augen — und er fühlte, wie sein Herz sich schmerzhaft zusammenzog.

Die Liebe versetzt alles in Bewegung!

Die Liebe zu den Menschen, die Liebe zur Familie, die Liebe zur Arbeit und schließlich die Liebe zum Wissen, die den Menschen zum Herrn der Erde gemacht hat.

Boris Melnikow liebte die Arbeit.

Das war die Stimme des Blutes. Sein Vater, sein Großvater und sein Urgroßvater waren Arbeiter gewesen. Er selbst hatte zwar einen anderen Weg eingeschlagen, er war Journalist geworden. Aber auch hier dehnte sich vor ihm ein weites Schaffensfeld. Er hatte seinen Beruf leidenschaftlich geliebt und geglaubt, ihm nie untreu werden zu können. Aber da begegnete er Kamow.

Eine märchenhafte Wendung des Schicksals — er wurde an Bord eines Raumschiffes verschlagen, und alles änderte sich von Grund auf. Ihm wurde klar, daß es für ihn ein Leben ohne Fahrten in den Kosmos nicht mehr geben könne, und er war überzeugt, für alle Zeit die Erfüllung gefunden zu haben.



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