
Als er ihn endlich erfuhr, war er betroffen von dem seltsamen Spiel des Schicksals, das ihn die Tochter jenes Mannes lieben ließ, den er im stillen seit langem Vater nannte.
Boris Melnikow stand nun in der Blüte seiner Jahre. Sein Weg war klar und bis zum Ende seines Lebens vorausbestimmt.
Wo und wann dieses Ende eintreten würde, wußte er nicht, aber er war stets darauf gefaßt. Die Weite des Alls hatte ihm soviel ruhige Weisheit eingegeben, wie man sie auf der Erde nicht zu erlangen vermag. Er hatte vieles gesehen und vieles erlebt, was andere nicht gesehen und erlebt hatten. Er hatte die Erde aus einer Entfernung von vielen Millionen Kilometern betrachtet, und ihm war zutiefst bewußt geworden, wie verschwindend klein sie ist — etwas, was ein Mensch, der die Erde nie verlassen hat, schwerlich zu fassen vermag. Irdischer Ruhm erschien ihm nichtig. Seine Weltauffassung war umfassender als die der anderen. Das war gut, aber es barg eine Gefahr in sich.
Es hatte eine Zeit gegeben, in der er überhaupt nicht mehr an die Erde und ihre Belange dachte. Er war der Ansicht, das wahre Leben und die wahren Interessen lägen einzig im Weltenraum.
Die Liebe zu Olga half ihm diese Denkweise, die ganz allmählich entstanden war, wieder zu überwinden. Er fühlte sich aufs neue als ein Sohn der Erde und sah ein, daß ihm sein Ansehen bei ihren Bewohnern nicht gleichgültig sein durfte. Erst jetzt konnte er zum echten Wissenschaftler werden.
Das irrige Gefühl, er sei von der Erde losgelöst, verschwand spurlos. Es blieb die durch eigene Erfahrung gefestigte, reale Erkenntnis, daß nicht nur das Weltall, sondern auch der Platz, den die Erde in seinen Weiten einnimmt, etwas Grandioses sind. Das war es gewesen, was ihm nottat. Der Sternfahrer braucht ein solches Bewußtsein. Es verleiht den richtigen Maßstab und das Gefühl für die Perspektive der Arbeit.
Melnikows Freunde beruhigten sich, als sie sahen, daß er den richtigen Weg gefunden hatte. „Ihm hat die Familie gefehlt“, sagte Paitschadse. „Nun hat sich sein Leben geregelt. Jetzt hat alles seine Ordnung.“ Das stimmte. Melnikow hatte früh seine Eltern verloren.
