
«Sie warten auf Euren Befehl«, sagte Lady Lysa zu ihrem Sohn.»Kämpft!«schrie der Junge, der sich mit zitternden Armen an die Lehne seines Stuhls klammerte.
Ser Vardis fuhr herum und hob den schweren Schild. Bronn stellte sich ihm. Ihre Schwerter schlugen aneinander, einmal, zweimal, zur Probe. Der Söldner trat einen Schritt zurück. Der Ritter folgte ihm, hielt den Schild vor sich. Er versuchte einen Hieb, aber Bronn wich zurück, außer Reichweite, und die silberne Klinge durchschnitt nur Luft. Bronn bewegte sich rechts herum im Bogen um Ser Vardis. Dieser folgte ihm erneut, den Schild weit vor sich. Der Ritter drängte vor, wobei er des unebenen Bodens wegen jeden Schritt mit Sorgfalt setzte. Der Söldner wich erneut zurück, ein leises Lächeln auf den Lippen. Ser Vardis griff an, schlug zu, doch sprang Bronn fort von ihm und hüpfte leichtfüßig über einen flachen, moosbewachsenen Stein. Nun beschrieb der Söldner einen Kreis zu seiner Linken, fort von dem Schild, zur ungeschützten Seite des Ritters. Ser Vardis versuchte, auf seine Beine einzuhacken, aber der Gegner war außer Reichweite. Bronn tänzelte weiter nach links. Ser Vardis drehte sich um.
«Der Mann ist eine Memme«, erklärte Lord Hunter.»Steh und kämpfe, Feigling!«Andere Stimmen schlossen sich ihm an.
Catelyn sah zu Ser Rodrik hinüber. Ihr Waffenmeister schüttelte kurz den Kopf.»Er will, daß Ser Vardis ihn jagt. Das Gewicht von Rüstung und Schild würde selbst den stärksten Mann ermüden.«
Fast jeden Tag ihres Lebens hatte sie Männern beim Schwertkampf zugesehen, hatte einem halben Hundert Turnieren beigewohnt, dieses jedoch unterschied sich von ihnen: ein Tanz, bei dem der kleinste Fehltritt den Tod bedeutete. Während sie zusah, wurde in Catelyn Stark die Erinnerung an ein anderes Duell zu einer anderen Zeit wach, so lebendig, als wäre es gestern erst gewesen.
Sie trafen sich im unteren Burghof von Riverrun.
