
Jener Kampf fand rasch ein Ende, nachdem er begonnen hatte. Brandon war ein erwachsener Mann, und er trieb Littlefinger über den ganzen Hof und dann die Wassertreppe hinab, ließ bei jedem Schritt Hiebe auf den Jungen niederregnen, bis der taumelte und aus einem Dutzend Wunden blutete.»Gib auf!«rief er mehr als einmal, doch Petyr schüttelte nur den Kopf und kämpfte grimmig weiter. Als der Fluß um ihre Knöchel schwappte, machte Brandon dem Ganzen schließlich mit einer brutalen Rückhand ein Ende, die das Kettenhemd seines Gegners und auch das Leder durchschlug und ins weiche Fleisch unter den Rippen ging, so tief, daß Catelyn sicher war, die Wunde müsse tödlich sein. Petyr sah sie an, während er fiel, und murmelte» Cat«, indes hellrotes Blut zwischen den Ketten hervorquoll. Sie dachte, sie hätte es vergessen.
Da hatte sie sein Gesicht zum letzten Mal gesehen… bis zu jenem Tag, als man sie in King's Landing zu ihm führte.
Zwei Wochen vergingen, bis Littlefinger wieder bei Kräften war und Riverrun verlassen konnte, aber ihr Hoher Vater verbot ihr, ihn im Turm zu besuchen, wo er zu Bette lag. Lysa hatte dem Maester geholfen, ihn zu pflegen. In jenen Tagen war sie sanftmütig und schüchtern gewesen. Auch Edmure wollte ihm einen Besuch abstatten, Petyr hingegen hatte ihn fortgeschickt. Ihr Bruder hatte im Duell Brandon als Knappe gedient, und das konnte Littlefinger nicht verzeihen. Sobald er wieder bei Kräften und transportfähig war, ließ Lord Hoster Tully Petyr Baelish in einer geschlossenen Sänfte fortbringen, damit er auf den» Fingers «genesen konnte, jenen windumtosten Felsen, auf welchen er geboren war.
