
Im Savoy stocherte Mr Amberiotis in den Zähnen und lachte vor sich hin. Alles lief nach Wunsch.
Er hatte Glück gehabt, wie gewöhnlich. Kaum zu glauben, dass die paar freundlichen Worte, die er mit diesem törichten Frauenzimmer gesprochen hatte, sich derart bezahlt machten! Ja – man musste eben ein gütiger, freundlicher Mensch sein. Und großzügig! Künftig würde er sogar noch großzügiger sein können. Der kleine Dimitri… Und der gute Konstantopopolous, der sich mit seinem kleinen Restaurant so plagen musste. Was für angenehme Überraschungen standen ihnen bevor… Der Zahnstocher rutschte aus, und Mr Amberiotis zuckte zusammen. Die rosigen Zukunftsvisionen verblassten und machten den Sorgen der unmittelbaren Gegenwart Platz. Er fühlte vorsichtig mit der Zunge und nahm sein kleines Notizbuch aus der Tasche.
«Zwölf Uhr, Queen Charlotte Street 58.»
Er versuchte, sich wieder in die frühere triumphierende Stimmung zu versetzen, aber vergeblich. Die Welt war zu sechs dürftigen Worten zusammengeschrumpft: Zwölf Uhr, Queen Charlotte Street 58.
Im Glengowrie Court Hotel in South Kensington war das Frühstück vorbei. Miss Sainsbury Seale saß in der Halle und unterhielt sich mit Mrs Bolitho. Ihre Tische im Speisesaal standen nebeneinander, und sie hatten sich am Tage nach Miss Seales Ankunft vor einer Woche kennen gelernt.
Miss Sainsbury Seale sagte: «Wissen Sie, meine Liebe, der Schmerz hat wirklich aufgehört! Nicht mehr der kleinste Stich! Ich möchte eigentlich fast anrufen und…»
Mrs Bolitho unterbrach sie: «Also, jetzt seien Sie nicht töricht, meine Liebe. Sie gehen zum Zahnarzt, und dann haben Sie es hinter sich.»
Mrs Bolitho war eine große, imponierende Person mit einer tiefen Stimme. Miss Sainsbury Seale war ein Wesen um die Vierzig mit gebleichtem Haar, das ihr in unordentlichen Locken um den Kopf hing. Ihre Kleider hatten keine rechte Form und sahen irgendwie künstlerisch aus; sie trug einen Zwicker, der dauernd herunterfiel, und redete viel.
