
Japp griff Poirots Frage auf. «Warum glauben Sie, dass Mr Blunt etwas zugestoßen sein könnte, Miss…»
Fragend hielt er inne, und mechanisch antwortete sie: «Olivera. Jane Olivera.» Dann ließ sie ein leichtes, wenig überzeugendes Lachen hören. «Wenn man Spürhunde auf der Schwelle findet, denkt man unwillkürlich an ein Verbrechen im Haus, nicht wahr?»
«Mr Blunt ist nichts zugestoßen. Zu meiner Freude kann ich Ihnen dies versichern, Miss Olivera.»
Sie sah Poirot scharf an.
«Hat er Sie zu sich gebeten?»
Japp antwortete: «Nein, Miss Olivera, wir haben ihn aufgesucht, um zu erfahren, ob er zur Aufklärung eines Selbstmordes beitragen kann, der sich heute ereignet hat.»
«Ein Selbstmord? Wer hat sich denn umgebracht?»
«Ein Zahnarzt namens Morley in der Queen Charlotte Street 58.»
«Oh!», murmelte Jane Olivera ausdruckslos.
Sie sah stirnrunzelnd vor sich hin. Dann sagte sie unvermittelt: «Aber das ist doch absurd!» Plötzlich wandte sie sich um, ließ die beiden Männer ohne Gruß stehen, lief die Stufen zum Gotischen Haus hinauf, schloss die Tür auf und verschwand.
«Nun!», murrte Japp und starrte ihr nach. «Das war eine sonderbare Bemerkung!»
«Interessant», bemerkte Poirot milde.
Japp riss sich zusammen, schaute auf die Uhr und winkte einem vorbeifahrenden Taxi.
«Wir haben noch Zeit, auf dem Weg ins Savoy einen Sprung zu dieser Sainsbury Seale zu machen.»
Miss Sainsbury Seale saß in der matt erleuchteten Halle des Glengowrie Court Hotels und trank ihren Nachmittagstee.
Das Auftauchen eines Kriminalbeamten in Zivil erregte sie – aber es war, wie Japp beobachtete, eine angenehme Erregung.
Poirot stellte zu seinem Kummer fest, dass sie ihre Schuhschnalle noch nicht wieder angenäht hatte.
«Wirklich, Kommissar», flötete Miss Sainsbury Seale, «ich weiß wirklich nicht, wo wir hingehen könnten, um für uns zu sein. So schwierig – gerade um die Teezeit –, aber vielleicht würden Sie gern eine Tasse Tee nehmen – Sie und – Ihr Freund?»
