«Der Hund», dachte Poirot mit einem wirren Vergleich, «hat den Hasen gewittert!»

«Hier ist eine kleine Stelle. Haben Sie da gar keine Schmerzen gehabt? Hm, merkwürdig.» Die Untersuchung ging weiter. Endlich richtete sich Mr Morley befriedigt auf.

«Alles in allem nichts Ernstes. Bloß zwei Füllungen und eine Spur von Karies an dem einen oberen Backenzahn. Ich glaube, wir können die ganze Arbeit in der heutigen Sitzung erledigen.» Er knipste einen Schalter an, und ein Summen ertönte. Mr Morley nahm den Bohrer vom Haken und setzte mit liebevoller Sorgfalt eine Nadel ein.

«Sagen Sie, wenn es wehtut», befahl er kurz und machte sich an sein furchtbares Werk.

Poirot brauchte von dieser Erlaubnis keinen Gebrauch zu machen; er brauchte nicht die Hand zu heben, zusammenzuzucken oder gar zu brüllen. Genau im richtigen Augenblick hielt Mr Morley den Bohrer an, erteilte kurz den Befehl «ausspülen», tupfte etwas auf den Zahn, wählte eine neue Nadel und bohrte weiter. Die Folter der Bohrmaschine bestand mehr in der Furcht als im Schmerz. Während Mr Morley die Füllung vorbereitete, wurde das Gespräch aufgenommen.

«Muss heute alles selbst machen», erklärte er. «Miss Nevill ist abberufen worden. Sie erinnern sich doch an Miss Nevill?»

Poirot bejahte die Frage heuchlerisch.

«Musste zu einer kranken Verwandten aufs Land fahren. Solche Sachen passieren immer, wenn gerade viel zu tun ist. Ich bin heute Morgen schon im Rückstand. Der Patient vor Ihnen hat sich verspätet. Sehr unangenehm, wenn so etwas vorkommt. Wirft den ganzen Terminplan um. Dann muss ich noch eine Patientin einschieben, weil sie Schmerzen hat. Für solche Fälle reserviere ich am Vormittag immer eine Extra-Viertelstunde. Immerhin, es verstärkt den Andrang.»

Mr Morley guckte prüfend in seinen kleinen Mörser. Dann nahm er das Gespräch wieder auf.



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