Auf der Vergessenen Insel, dem Versteck der NAUTI-LUS, war sie für ihn nur ein Mythos gewesen, der unvermutet Wirklichkeit geworden war. Er hatte damals keinerlei persönliche Beziehung zu diesem Schiff gehabt, sondern es nur als das gesehen, was es im Grunde auch war: ein phantastisches Fahrzeug und eine gefährliche Waffe, die ungeheuren Schaden anrichten konnte, wenn sie in die falschen Hände fiele. Und diese Gefahr hatte damals durchaus bestanden: Kapitän Winterfeld von der kaiserlichdeutschen Kriegsmarine hatte gewissermaßen schon seine Hände nach der NAUTILUS ausgestreckt. Vor die Wahl gestellt, ihm das Schiff zu überlassen oder es zu zerstören, war es Mike vergleichsweise leicht gefallen, sich für letzteres zu entscheiden. Aber jetzt sah die Sache entschieden anders aus. Sie waren Winterfeld entkommen. Andererseits war Mike klar, daß der Kapitän die Suche nach ihnen mit Sicherheit nichtaufgegebenhatte, dafür hatte er viel zu viel riskiert, um in den Besitz der NAUTILUS zu gelangen.Über kurz oder lang würden sie ihm wieder begegnen -und ob es ihnen noch einmal gelingen würde, ihn hinters Licht zu führen, war mehr als fraglich. Winterfeld war rücksichtslos und gefährlich und alles andere als dumm. »Ich könnte heulen bei dem Gedanken, daß Trautman dieses wunderbare Schiff zerstören wird, sobald wir von Bord gegangen sind«, sagte er. »Ich weiß«, antwortete Juan ernst. »Meinstdu, mir geht es anders?« Überrascht sah Mike den jungen Spanier an. Juan war schon immer ein Einzelgänger gewesen, der jeder Situation mit Vernunft begegnete. Nur wer ihnwirklichkannte, konnte ermessen, wie schwer ihm ein Eingeständnis wie dieses fallen mußte.

»Aber es geht nun einmal nicht anders«, fuhr Juan fort. »Trautman hat gut eineinhalb Jahrzehnte damit verbracht, die NAUTILUS zu bewachen. Sie ist sein Lebensinhalt.



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