über, dass er sich so auf dem linken Fuß hatte erwischen lassen, zog Rupert das Schwert und ließ seine Blicke grimmig über die Kerlchen schweifen. Die Kobolde umklammerten ihre Waffen und sahen einander zaghaft an. Lange Zeit rührte sich keiner vom Fleck.

»Nun steht nicht wie angewurzelt da!«, knurrte eine tiefe Stimme aus den Schatten. »Packt ihn!«

Die Kobolde traten unsicher von einem Fuß auf den anderen.

»Habt ihr das Riesenschwert gesehen?«, fragte der Kleinste aus der Schar.

»Und die Narben im Gesicht und das getrocknete Blut auf seiner Rüstung!«, wisperte ein anderer ehrfürchtig. »Er muss mindestens ein Dutzend Leute niedergemetzelt haben.«

»Hat sie wahrscheinlich zu Brei zerstampft«, malte der kleinste Kobold schaudernd aus.

Rupert ließ die blitzende Klinge lässig durch die Luft sausen. Die Kobolde fuchtelten halbherzig mit ihren Waffen und drängten sich dicht zusammen, weil gemeinsame Furcht nur die halbe Furcht war.

»Holt euch wenigstens sein Pferd!«, befahl die Stimme aus den Schatten.

»Pferd?« Das Einhorn warf den Kopf hoch, und seine blutroten Augen funkelten zornig. » Pf erd? Wofür hältst du wohl das Ding auf meiner Stirn, hä? Für eine nutzlose Verzierung?

Ich bin ein Einhorn, du Blödian!«

»Pferd oder Einhorn – wo liegt da der Unterschied?«

Das Einhorn stampfte mit den Hufen und senkte den Kopf, damit alle sein gefährlich spitzes Horn sehen konnten.

»Jetzt reicht es aber! Kommt her und holt euch, was ihr verdient! Einer nach dem anderen oder alle zusammen – ich mache euch f ertig! «

»Jetzt hast du's, Chef!«, murmelte der kleinste Kobold.

Rupert sah das Einhorn grinsend an. »Ich dachte immer, du seist ein von Vernunft und Logik geleiteter Feigling.«

»Im Moment habe ich genug damit zu tun, vor Wut zu schäumen«, knurrte das Einhorn. »In Ohnmacht fallen kann ich später, wenn mehr Zeit dazu ist. Stell diese Brut der Grö­



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