Wusstest du übrigens, dass Dämonen Einhörner fressen?«

»Dämonen fressen alles«, sagte Rupert.

»Eben«, erwiderte das Einhorn und verschwand aus seinem Blickfeld.

Nicht zum ersten Mal schwor sich der Prinz, den Typen aufzusuchen, der ihm das Einhorn angedreht hatte, und ihm die Finger und Zehen einzeln abzuhacken.

Er vernahm ein leises Scharren zu seiner Linken und wollte sich eben umdrehen, als der Dämon ihn von hinten ansprang. Durch die schwere Rüstung bekam Rupert das Übergewicht und kippte nach vorn in den zähen Schlamm. Der Aufprall war so hart, dass ihm die Luft wegblieb und das Schwert seiner ausgestreckten Hand entglitt. Er erspähte einen Moment lang ein missgestaltetes dunkles Etwas, das ihn bei weitem überragte, und dann landete ein Zentnergewicht auf seinem Rücken. Eine Klauenhand packte ihn im Nacken und drückte ihm das Gesicht nach unten, bis ihm der Schlamm in die Augen drang. Er ruderte verzweifelt mit den Armen und bemühte sich, wieder auf die Beine zu kommen, aber seine eisengenieteten Stiefel schlitterten nur hilflos durch den Morast. Die Lungen schmerzten ihn; er japste nach Luft, und die Dreckbrühe floss ihm in den weit aufgerissenen Mund.

Panik erfasste ihn, während er vergeblich versuchte, den Angreifer abzuschütteln. Ihm wurde schwindlig, und der Kopf begann zu dröhnen, als die letzte Luft aus dem Brustkorb entwich. Dann merkte er, dass einer seiner Arme unter dem Harnisch eingeklemmt war. In einer plötzlichen Eingebung benutzte er ihn als Hebel, warf sich mit einem Ruck auf den Rücken und begrub den zappelnden Dämon unter dem Gewicht seiner Rüstung.

Lange, köstliche Augenblicke lang lag er einfach da, atmete stoßweise und rieb sich den Schlamm aus den Augen. Er rief das Einhorn laut um Hilfe, aber es antwortete nicht. Der Dämon trommelte mit plumpen Fäusten wütend auf die Rüstung ein, und dann tastete eine Klauenhand nach oben und schnellte Rupert ins Gesicht.



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