
Sein Gegenüber hätte trotz seines grotesk verzerrten Äußeren in fast allem als Mensch durchgehen können, aber ein Blick in die hungrigen pupillenlosen Augen gab das Böse preis, das sich in ihm verbarg. Dämonen töteten, um zu leben, und lebten, um zu töten – abgrundtiefe Finsternis, losgelassen auf das Land. Rupert umklammerte sein Schwert fester und zwang sich, in dem Scheusal nichts anderes zu sehen als einen beliebigen Gegner. Der Dämon war stark, schnell und tödlich, aber das konnte Rupert auch von sich behaupten, wenn er einen klaren Kopf behielt. Er musste zunächst einmal dafür sorgen, dass er festen Boden unter die Füße bekam; der glitschige Schlamm verschaffte dem Gegner zu viele Vorteile. Er tat vorsichtig einen Schritt nach vorn; der Dämon fuhr gierig die Klauen aus, und ein breites Grinsen legte zwei Reihen spitzer Sägezähne frei. Rupert zerschnitt mit dem Schwert mehrmals die Luft, und der kalte Stahl schien dem Gegner so viel Respekt einzuflößen, dass er ein Stück zurückwich. Als Rupert auf seiner Suche nach sicherem Untergrund an dem nachtdunklen Geschöpf vorbeispähte, sah er plötzlich etwas, das ihm ein zittriges Lächeln entlockte. Zum ersten Mal hatte er das Gefühl, dass er in dem Kampf Sieger bleiben könnte.
Er packte das Schwert mit beiden Händen, holte tief Luft und rannte dann mit voller Wucht auf den geduckten Dämon zu. Er wusste, dass er ein toter Mann wär, wenn er zu früh stolperte und fiel. Der Dämon tat noch einen Schritt rückwärts, bis er außer Reichweite der Schwertspitze war.
