
Rupert senkte müde sein Schwert und stützte sich darauf, um den schmerzenden Rücken zu entlasten. Blut lief ihm in den Mund, und er spuckte es aus. So also sah ein Held aus!
Mit einem säuerlichen Grinsen begann er Bestandsaufnahme zu machen. Die prächtige, auf Hochglanz polierte Rüstung war mit halb getrocknetem Schlamm verschmiert und wies tiefe Kratzspuren von den Klauen des Dämons auf. Sämtliche Glieder taten ihm weh, und der Schädel dröhnte ihm. Er tastete mit zitternder Hand nach seinem Gesicht und zuckte zusammen, als er frisches Blut auf seinem Kettenpanzer-Handschuh entdeckte. Beim Anblick von Blut, insbesondere seinem eigenen Blut, war ihm schon immer schlecht geworden. Er schob das Schwert in die Scheide und setzte sich schwerfällig am Wegrand nieder, ohne auf den schmatzenden Schlamm zu achten.
Alles in allem, fand er, hatte er sich ganz wacker geschlagen. Es gab nicht viele Menschen, die einem Dämon begegneten und der Nachwelt davon berichten konnten.
Rupert warf einen Blick auf den mittlerweile reglosen Kokon und schnitt eine Grimasse. Nicht unbedingt die heldenhafteste Art, einen Gegner zu besiegen, und ganz sicher nicht die ritterlichste, aber der Dämon war tot und er am Leben, und genau das hatte er bezweckt.
