
Colonel Bolivar sagte: »Ich höre von Capitan Torres, was für ein grandioser Schauspieler Sie sind.«
»Ja, ich habe schon einige ganz gute Kritiken gehabt«, nickte Eddie. »Zum Beispiel schrieb die Wochenzeitung von Long Island, daß ich -«
»Wären Sie an einer Stellung interessiert?«
»An einer Stellung?«
»Bei mir.«
»Oh, das ist sehr freundlich von Ihnen, aber ich habe ja schon eine Beschäftigung. Ich kann mein Ensemble nicht gut einfach verlassen.«
»Ja, aber die Arbeit hier könnte sehr viel interessanter sein. Sie dauert zwar nur ein paar Wochen, aber sie wird sehr gut bezahlt.«
»Vielen Dank«, sagte Eddie, »aber ich kann doch die Truppe nicht im Stich lassen.«
»Hunderttausend Dollar«, sagte der Diktator.
Eddie Davis brachte den Mund nicht mehr zu. »Wie bitte?« sagte er schließlich.
»Ich bezahle Ihnen hunderttausend Dollar.«
Eddie schluckte schwer. »Und was müßte ich dafür tun?«
Colonel Bolivar lächelte. »Es ist ganz einfach. Fast nicht der Rede wert. Nur Ihren Schnurrbart abrasieren.«
»Was denn, Sie wollen mir hunderttausend Dollar bezahlen, nur damit ich mir den Bart abnehme?« »Und so tun, als seien Sie ich.« Der Colonel sprach ganz sanft auf ihn ein. »Sehen Sie, es ist so. Ich muß eine kleine Geschäftsreise unternehmen, und das Volk macht sich Sorgen, wenn ich weg bin. Denn es liebt mich sehr. Alles, was Sie deshalb zu tun haben, ist, während ich weg bin, hier im Palast zu sein und so zu tun, als seien Sie ich.«
»Ja, aber alle Ihre Freunde werden das doch merken?«
»Nein«, sagte Colonel Bolivar. Und da sprach er durchaus die Wahrheit. Denn er hatte ja gar keine Freunde. Der einzige, der in das Geheimnis eingeweiht sein würde, war Capitan Torres. Nicht einmal seine Frau und seine Geliebte sollten es erfahren.
»Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll.«
