
Allerdings hatte er ein Problem.
Am gleichen Tag, an dem die My Fair Lady-Tourneetruppe auf dem Weg nach Amador war, mußte Colonel Ramon Bolivar, der Diktator von Amador, eine schlechte Nachricht von seinem Arzt entgegennehmen.
Der Arzt besah sich einige Röntgenaufnahmen. »Ich bedauere sehr, Colonel, aber es besteht leider kein Zweifel. Sie müssen einen Herz-Bypass bekommen.«
»Sie sind nicht bei Trost!« rief Bolivar mit Donnerstimme. »Ich habe ein Herz wie ein Löwe!«
»Sie haben ein Herz wie ein kranker Löwe. Ich muß Sie pflichtgemäß warnen. Wenn Sie sich der Operation nicht unterziehen, sind Sie in einer Woche ein toter Mann!«
»Ist die Operation gefährlich?«
Der Arzt schüttelte den Kopf. »Nein, das ist eine ziemliche Routinesache.« »Wie lange dauert es, bis ich danach wieder auf dem Damm bin?«
»Das«, sagte der Doktor, »ist schwer zu sagen. Ein paar Wochen, vielleicht auch ein paar Monate.«
Und das war der springende Punkt. Ramon Bolivar fürchtete sich vor der Operation eigentlich gar nicht, dafür um so mehr vor etwas anderem. Wenn sein Volk erfuhr, daß er krank darniederlag, hilflos in einer Klinik, dann gab es mit Sicherheit Revolten und Unruhen, und seine Regierung wurde gestürzt. Es war ihm durchaus nicht unbekannt, wie unbeliebt er war.
»Was also wollen Sie tun?« fragte ihn der Arzt.
Ramon Bolivar erhob sich. »Weiß noch nicht.«
Er stand in der Tat vor einem schwierigen Problem. Ließ er sich nicht operieren, starb er. Ließ er sich operieren, verlor er seine Macht. Aber ohne Macht bedeutete ihm das ganze Leben nichts.
»Schieben Sie es nicht zu lange hinaus«, warnte ihn der Doktor.
»Schon gut.«
Bolivars engster Mitarbeiter und der einzige Mensch, dem er wirklich vertraute, war Capitan Juan Torres. Allen anderen Leuten um sich herum mißtraute er.
