
Capitan Torres war ein Kleiderschrank von Mann, der Spaß daran hatte, Menschen zu quälen und zu foltern. Er hatte kalte braune Augen und einen brutalen Mund.
Als Bolivar von seiner Arztvisite zurückkam, unterrichtete er Capitan Torres von allem. Sie saßen in einem abgeschlossenen Raum beieinander.
»Was sagte der Doktor genau?« fragte Torres.
»Er sagte, wenn ich diese Herzoperation nicht machen lasse, sterbe ich.«
»Dann müssen Sie sie natürlich machen lassen.«
Colonel Bolivar aber schüttelte den Kopf. »Sie wissen doch genau, was passieren wird, wenn ich wochenlang nicht im Palast bin. Die Leute werden mißtrauisch, finden heraus, was los ist, und machen einen Aufstand. Sie stürmen den Palast und bringen mich um.«
Juan Torres wußte sehr gut, daß das stimmte. Er wußte auch, wie sehr das Volk seinen Diktator haßte.
»Wir müssen uns etwas überlegen«, sagte Colonel Bolivar. »Vielleicht gibt mir Gott eine Antwort ein.«
In eben diesem selben Augenblick saß die Antwort auf Colonel Bolivars Probleme noch im Flugzeug, das soeben auf dem Flughafen von Amador landete. Der Theatermanager hatte einen Bus geschickt, um die Schauspieler der Truppe von My Fair Lady abzuholen.
»Willkommen in unserem großen Land!« sagte er zur Begrüßung. »Das Volk von Amador ist glücklich, Sie hier zu haben, um von Ihnen erfreut zu werden.«
Auf der Fahrt zum Hotel bemerkte Eddie Davis, daß es hier einen Boulevard Bolivar gab und eine Bolivar-Schule und ein Bolivar-Bürogebäude, und daß den ganzen Weg entlang Bilder des Diktators am Straßenrand hingen.
Komisch, dachte Eddie Davis, der sieht aus wie ich.
Im Hotel Bolivar wurden den Schauspielern ihre Zimmer zugeteilt. Das erste, was Eddie Davis tat, war, daß er seine Frau anrief.
Sie antwortete schon beim ersten Klingeln. »Eddie? Hallo, Schatz! Seid ihr gut angekommen?«
