Er flüsterte seiner Geliebten zu: »Gehen wir!« »Aber es ist doch erst der erste Akt«, protestierte die Dame. »Warum bleiben wir denn nicht ...?«

»Halt den Mund und komm«, sagte Capitan Torres.

Er stand auf und begann in Richtung Mittelgang zu gehen. Dabei wandte er sich noch einmal einen Moment der Bühne zu - und erstarrte.

Was er da sah, war ganz unmöglich. Da war soeben Colonel Ramon Bolivar auf die Bühne gekommen! Er trug allerdings einen Schnurrbart.

Juan Torres stand da wie angewurzelt.

Großer Gott, dachte er, das ist ein Schauspieler. Aber er sieht genauso aus wie Colonel Bolivar!

In seinem Kopf wirbelten die Gedanken durcheinander.

»Fahr du nach Hause«, befahl er seiner Geliebten. »Ich muß noch hinter die Bühne.«

Denn er hatte einen Einfall, der so gewagt war, daß ihm fast die Luft wegblieb vor Aufregung.

Der Mann dort auf der Bühne, der heruntergerissen wie der Diktator aussah, war ein Schauspieler, nicht wahr? Einmal angenommen - nur angenommen! -, er konnte Colonel Bolivar imitieren, während dieser zu seiner Herzoperation im Krankenhaus war .? Das würde doch alle Probleme lösen!

Capitan Torres überlegte fieberhaft.

Als Eddie Davis in seine Garderobe zurückkam, wartete dort Capitan Torres auf ihn.

Capitan Torres saß da, starrte ihn an und staunte. Aus der Nähe war die Ähnlichkeit noch verblüffender. Er hätte geradezu schwören können, seinen geliebten Diktator vor sich zu sehen.

»Hallo«, sagte Eddie Davis.

Capitan Torres stand auf und streckte ihm die Hand hin. »Mr. Davis, ich bin ein Bewunderer von Ihnen.«

»So?« sagte Eddie und strahlte.

»Ja. Ich habe Sie heute abend auf der Bühne gesehen. Sie waren ganz großartig.«

»Oh, vielen Dank!« sagte Eddie.

»Tatsächlich bin ich sogar so beeindruckt, daß ich Sie unserem großen Führer Colonel Ramon Bolivar vorstellen möchte. Ich habe bereits mit ihm über Sie gesprochen, und er bat mich, Sie zu ihm in den Palast zu bringen.«



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