Eddie konnte sein großes Glück gar nicht recht fassen. Man begann also tatsächlich, sein Talent zur Kenntnis zu nehmen!

»Das ist toll!« sagte er. »Kommt das ganze Ensemble mit?«

»Nein«, antwortete Capitan Torres, »nur Sie.«

»Das ist ja wunderbar!«

Fünf Minuten darauf waren sie schon auf dem Weg zum Bolivar-Palast.

Juan Torres hatte den Diktator bereits vom Theater aus angerufen. »Sie werden es nicht glauben«, sagte er ihm aufgeregt, »aber er sieht heruntergerissen aus wie Sie.«

»Niemand sieht mir gleich«, bellte Colonel Bolivar. »Das lasse ich nicht zu.«

Aber Capitan Torres sagte rasch: »Selbstverständlich sieht er nicht so gut aus wie Sie, das ist klar, oder so vornehm. Aber es ist doch eine sehr große Ähnlichkeit. Ich bin überzeugt, das klappt.«

»Na gut«, sagte Colonel Bolivar, »dann sehe ich mir Ihren Schauspieler halt einmal an.«

Eddie saß in der großen schwarzen Limousine auf dem Rücksitz neben Capitan Torres. Vorne saß der Chauffeur und neben ihm ein Leibwächter mit einer Maschinenpistole.

Das verwunderte ihn denn doch.

»Wieso«, fragte er, »hat der Mann eine Maschinenpistole?«

Capitan Torres sah ihn an und erklärte: »Es kommen manchmal wilde Tiere von den Bergen herab.«

»Ach so«, sagte Eddie.

Als sie am Palast ankamen, instruierte Capitan Torres den Chauffeur, zum Hintereingang zu fahren. Dort standen bewaffnete Wächter am Tor, aber als sie die Limousine von Capitan Torres erkannten, winkten sie sie ohne weiteres durch.

Eddie war fassungslos über die Größe des Palastes.

»Das ist ja riesengroß hier«, sagte er.

»Das ist noch gar nichts«, prahlte Capitan Torres, »Colonel Bolivar besitzt Häuser überall in ganz Amador.«



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