Miss Pinkerton verschwand in der Menge. Luke ging sein Gepäck holen und dachte bei sich:

Ein klein wenig übergeschnappt? Nein, das glaube ich nicht. Eine lebhafte Einbildungskraft, das ist alles. Hoffentlich sind sie nett zu ihr! Eigentlich eine liebe alte Dame. 

2

Jimmy Lorrimer war einer von Lukes ältesten Freunden. Es war selbstverständlich, dass er bei ihm wohnte, wenn er nach London kam. Es war Jimmy, mit dem er am Abend seiner Ankunft ausgiebig feierte, es war Jimmys Kaffee, den er mit schmerzendem Kopf am nächsten Morgen trank, und es war Jimmys Stimme, die unbeantwortet blieb, während sein Gast eine kurze Notiz im Morgenblatt zweimal las.

«Verzeih, Jimmy», sagte er dann, mit einem Ruck in die Gegenwart zurückkehrend.

«In was warst du so vertieft – in die politische Lage?» Luke grinste.

«Keine Spur. Nein, es ist merkwürdig – eine alte Dame, mit der ich gestern im Zugabteil saß, ist überfahren worden.»

«Wieso weißt du, dass sie es ist?»

«Es kann natürlich eine andere sein. Aber der Name ist der gleiche – Pinkerton –, und sie wurde von einem Auto getötet, als sie Whitehall überquerte. Das Auto fuhr weiter.»

«Garstige Sache», sagte Jimmy.

«Ja, arme, alte Seele! Es tut mir leid; sie erinnerte mich so an meine Tante Mildred.»

Es war über eine Woche später, als Luke beim Überfliegen der ersten Seite der Times einen überraschten Ausruf tat. «Ah, da hol mich doch der Teufel!»

Jimmy Lorrimer blickte auf.

«Was ist los?»

Luke antwortete nicht; er starrte auf einen Namen. Jimmy wiederholte seine Frage.

Luke hob den Kopf und sah seinen Freund an. Sein Gesichtsausdruck war so merkwürdig, dass Jimmy erschrak. «Was ist denn los, Luke? Du schaust ja aus, als hättest du einen Geist gesehen.»



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