
Er war beharrlich und eigensinnig. Nicht umsonst floß in Suritas Adern das Blut spanischer Eroberer.
Der Meerteufel war kein übernatürliches, kein allmächtiges Wesen. Er war offensichtlich aus Fleisch und Blut, wie Balthasar sagte. Das heißt also, man kann ihn fangen, an die Kette legen und zwingen, Reichtümer für Surita vom Meeresgrund zu heben. Balthasar wird ihn fangen, und wenn Neptun persönlich mit seinem Dreizack zur Verteidigung des Meerteufels erscheint.
Doktor Salvator
Surita verwirklichte seine Drohung. Am Grund der Bucht errichtete er Drahtverhaue, spannte in allen Richtungen Netze aus und stellte Fangeisen auf. Aber seine Opfer waren vorläufig nur Fische. Der Meerteufel blieb verschwunden, als hätte ihn die Erde verschluckt. Täglich erschien vergebens der zahme Delphin in der Bucht, tauchte, schnaubte und grunzte auffordernd, als erwarte er seinen ungewöhnlichen Freund zum gewohnten Ausflug. Da der nicht kam, entschwand schließlich auch der Delphin ins offene Meer, ein letztes Mal zornige Grunzlaute ausstoßend.
Das Wetter verschlechterte sich, ein starker Ostwind kam auf und peitschte den glatten Ozean zu hohen Brechern auf. Das Wasser der Bucht wurde trüb vom hochgewirbelten Sand, die Schaumkämme der Brecher verdeckten.jede Sicht auf den Grund. Niemand konnte mehr beobachten, was unter Wasser vorging.
Surita stand stundenlang am Ufer und blickte über das tobende Meer, wie sich Woge auf Woge heranwälzte und in mächtigen Kaskaden aufschlug. Die unteren Wellenschichten rollten sprudelnd über den feuchten Sand weiter und spülten Kiesel und Muscheln bis vor Suritas Füße.
