„Nein, der alte Plan ist nichts wert“, sagte er, „wir müssen uns etwas Neues einfallen lassen. Der Teufel lebt auf dem Meeresgrund und will seinen Zufluchtsort nicht verlassen. Das bedeutet, wir müssen ihn in seinem Versteck aufstöbern, wir müssen auf den Grund tauchen.“ Surita wandte sich an Balthasar, der gerade an einem neuen komplizierten Fangeisen bastelte und ergänzte: „Du mußt sofort nach Buenos Aires! Besorg dort zwei Taucheranzüge mit Sauerstoffbehältern. Keine gewöhnlichen mit Atemschläuchen, die genügen nicht für uns. Der Teufel könnte den Schlauch durchschneiden. Es kann sein, daß wir eine kleine Unterwasserreise machen werden. Dazu brauchen wir auch zwei elektrische Handlampen. Vergiß nicht, sie mitzubringen.“

Außer den Taucheranzügen und Unterwasserlampen beschaffte Balthasar noch zwei lange, eigenartig gekrümmte Bronzemesser. „Niemand versteht mehr, solche Messer herzustellen“, sagte er. „Das sind alte Araukanerwaffen. Damit haben meine Vorfahren die Bäuche der weißen Eroberer aufgeschlitzt — Ihrer Vorfahren. Nichts für ungut, Kapitän.“

Diese historische Auskunft gefiel Surita gar nicht, aber die Messer lobte er: „Du bist sehr vorsorglich, Balthasar.“

Trotz des starken Wellenganges zogen Surita und Balthasar am nächsten Tag die Taucheranzüge an und ließen sich zum Meeresgrund hinabgleiten. Mit einiger Anstrengung verschafften sie sich Zugang zu der vorher sorgfältig verbarrikadierten Unterwasserhöhle. Sie krochen in den engen Durchgang. Tiefste Finsternis und lautlose Stille umgab die Eindringlinge. Beim Schein ihrer Lampen ergriffen sie ihre Messer. Kleine Fische stoben erschreckt auseinander, schwammen aber bald wieder auf das Licht zu, in seinem bläulichen Schein durcheinander hastend wie ein Insektenschwarm. Surita verscheuchte sie mit der Hand, das Aufblitzen ihrer Schuppenleiber blendete ihn fast.



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