„Meinst du nicht, daß die Höhle zwei Ausgänge haben kann, einen nach der Bucht und den anderen zum Land hin?“

Daran hatte Balthasar nicht gedacht.

„Man muß es überlegen. Daß wir nicht früher darauf gekommen sind, die Umgebung zu besichtigen“, sagte Surita.

Sie beschlossen, das Ufer gründlich zu untersuchen.

An Land stieß Surita auf eine hohe Mauer, die ein riesiges Grundstück umschloß, wenigstens zehn Hektar groß. Surita umschritt die Mauer und fand nur ein einziges starkes Tor. Darin war eine kleine eiserne Pforte mit einem von innen verdeckten Guckloch eingelassen.

Ein richtiges Gefängnis oder eine Festung? dachte Surita. Eigenartig, die Farmer bauen keine so dicken und hohen Mauern. In der ganzen Umfriedung ist keine Lücke, kein Spalt für einen Blick nach innen zu finden. Und ringsum eine menschenleere wilde Gegend, kahle graue Felsen, stellenweise mit dornigem Gestrüpp oder Kakteen bewachsen. Und unten das Meer.

Längere Zeit beobachtete Surita das eiserne Tor. Aber es blieb versperrt. Niemand ging hinein, niemand trat heraus. Kein Laut drang hinter der Mauer hervor.

Als Surita abends auf die „Meduse“ zurückgekehrt war, rief er Balthasar zu sich und fragte ihn: „Weißt du, wer in der Festung über der Bucht wohnt?“

„Ich weiß es. Ich fragte die Indianer aus, die auf den Feldern arbeiten. Dort wohnt Salvator.“

„Wer ist dieser Salvator?“

„Gott“, antwortete Balthasar bedeutungsvoll.

Surita hob erstaunt seine dicken Augenbrauen. „Mach keine Witze, Balthasar.“

Der Indianer lächelte kaum merkbar. „Ich berichte nur, was ich gehört habe. Viele Indianer halten Salvator für eine Gottheit, ein göttliches Wesen, einen Erretter.“

„Wovor errettet er sie?“

„Vor dem Tod. Sie sagen, er sei allmächtig, Salvator kann Wunder vollbringen. Er hält Leben und Tod in der Hand. Den Lahmen verschafft er Beine — lebendige Beine, dem Blinden neue scharfe Augen, und Tote läßt er auferstehen.“



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