
Erschreckt drückte sich Christo an die Wand. Mit brüllendem Gebell stürzten unbekannte, dunkelge fleckte Bestien auf ihn zu. Hätte Christo sie in den Pampas getroffen, hätte er sie sofort als Jaguare erkannt, aber diese herbeistürmenden Bestien bellten wie Hunde.
Zur Zeit war es Christo gleichgültig, welche Art von Bestien ihn da überfielen. Er sprang zum nächsten Baum und erkletterte ihn mit überraschender Geschwindigkeit. Der Neger zischte die Hunde an wie eine gereizte Kobra.
Das beruhigte die Hunde sofort, sie hörten auf zu bellen und legten sich auf die Erde. Die Köpfe auf den ausgestreckten Pfoten, schielten sie nach dem Neger.
Dieser wandte sich dem auf dem Baum sitzenden Indianer zu und bedeutete Christo mit den Armen, herunterzukommen.
„Was zischst du wie eine Schlange?“ fragte Christo, ohne seine Zuflucht zu verlassen. „Hast wohl deine Zunge verschluckt?“
Der Neger antwortete mit einem zornigen Gestammel.
Wahrscheinlich ist er stumm, überlegte Christo und erinnerte sich schaudernd an Salvators Warnung. Ob Salvator wirklich die Zungen der Dienstleute abschnitt, die sein Geheimnis verrieten? Womöglich hat auch dieser Neger deshalb keine Zunge mehr. Christo wäre vor Schreck fast vom Baum gefallen. Er wollte so schnell wie möglich fliehen und schätzte die Entfernung von seinem Baum bis zur Mauer ab. Nein, es war unmöglich, mit einem Sprung hinüber zugelangen.
Der Neger saß unter dem Baum, packte den Indianer am Fuß und zerrte ihn ungeduldig abwärts. Dem Indianer blieb keine Wahl. Christo sprang vom Baum herunter, setzte ein gezwungenes Lächeln auf, streckte seine Hand aus und fragte freundschaftlich: „Jim?“ Der Neger nickte, Christo drückte fest die Hand des ihm Gegenüberstehenden. Wenn man in der Hölle ist, muß man mit dem Teufel tanzen, dachte er und fügte laut hinzu: „Bist du taub?“
Der Neger schwieg.
„Hast du keine Zunge?“
Der Neger schwieg beharrlich.
