
Christo wollte von neuem entfliehen. Doch Jim führte ihn auf einen großen, mit Sand bestreuten Platz. Inmitten des Areals stand, von Palmen umringt, eine im maurischen Stil erbaute Villa aus weißem Marmor. Durch die Stämme der Palmen leuchteten Säulen und Arkaden. Kupferne Brunnenfiguren in Form von Delphinen spieen Wasserstrahlen, die kaskadenförmig in die Schalen zurückfielen. Die größte Brunnenfigur stellte einen auf einem Delphin reitenden Jüngling dar, der ein gewundenes Muschelhorn blies.
Hinter der Villa befanden sich einige Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Weiter zurück erstreckte sich das dichte Gestrüpp stachliger Kakteen bis zu einer weißen Mauer.
Jim führte den Indianer in einen kleineren kühlen Raum. Er deutete an, daß dieses Zimmer Christo zur Verfügung stehe. Der alte Neger entfernte sich, Christo blieb allein.
Die dritte Mauer
Allmählich gewöhnte sich Christo an die ungewöhnliche Welt, die ihn umgab. Alle Tiere, sogar die Reptilien und die Vögel, waren ganz zahm. Mit einigen freundete er sich sogar an. Die Hunde mit Jaguarfellen, die ihn am ersten Tag so erschreckt hatten, liefen ihm jetzt auf Schritt und Tritt nach. Sie ließen sich streicheln und leckten ihm die Hände. Und die Papageien setzten sich auf seine Schultern.
Der Garten und die Tiere wurden von zwölf Negern betreut, die alle ebenso schweigsam oder stumm waren wie Jim. Christo hörte nie, daß sie je miteinander gesprochen hätten. Schweigend verrichtete jeder seine Arbeit. Jim war den anderen irgendwie übergeordnet, anscheinend als Verwalter oder Aufseher. Jedenfalls beaufsichtigte er die Neger und teilte ihnen die Arbeit zu. Und Christo war, wie er selbst verwundert feststellte, als Jims Gehilfe eingeteilt worden.
Christo hatte keinen Anlaß, über sein Leben zu klagen. Die Arbeit war nicht schwer und das Essen gut.
