
Salvator hatte eine strenge Tageseinteilung. Morgens von sieben bis neun Uhr empfing er kranke Indianer, von neun bis elf operierte er. Danach ging er in seine Villa und arbeitete im Laboratorium. Er operierte Versuchstiere, die er danach lange Zeit im Garten beobachtete.
Christo wurde schließlich auch im Hause beschäftigt. Dabei gelang es ihm, ins Laboratorium vorzudringen. Was er dort sah, beeindruckte ihn sehr. In Glasbehältern voll irgendwelcher Lösungen pulsierten verschiedene Organe. Abgetrennte Hände und Füße lebten und bewegten sich weiter. Erkrankte Glieder wurden, fern vom Körper, durch Salvator behandelt und geheilt.
Der Anblick dieser Wunder jagte Christo tiefstes Entsetzen ein. Er war froh, als er wieder zwischen den lebendigen Mißgeburten im Garten sein konnte.
Obwohl Salvator dem Indianer großes Vertrauen entgegenbrachte, gelang es Christo nicht, hinter die dritte Mauer vorzudringen. Dieses Geheimnis ließ ihm keine Ruhe. Eines Tages konnte er sich endlich unbeobachtet der Mauer nähern. Hinter der hohen Wand erklangen helle Kinderstimmen, er verstand indianische Worte. Mit den Lauten der Kinder mischten sich manchmal dünnere, winselnde, die mit den Kindern in unverständlicher Mundart zu zanken schienen.
Salvator trat eines Tages im Garten auf Christo zu, blickte ihm scharf in die Augen und sagte: „Du arbeitest schon seit einem Monat bei mir, Christo, und ich bin mit dir zufrieden. Im unteren Garten ist einer meiner Diener erkrankt. Du wirst dort viel Neues sehen. Aber denk an unsere Abmachung, halt deine Zunge im Zaum, wenn du deine Stelle nicht verlieren willst.“
