
Soviel Christo auch lauschte, kein Laut, außer der Brandung, drang hinter der Mauer hervor. Wohin führte diese Pforte? An den Strand? In seine Betrachtungen drang plötzlich erregtes Kindergeschrei, die Kleinen deuteten aufgeregt in die Höhe, und Christo erblickte einen kleinen Luftballon, den der Wind langsam über den Garten seewärts trug. Dieses bunte Gebilde, hier einigermaßen ungewöhnlich, beunruhigte den Indio.
Als der genesene Diener zurückkehrte, ging Christo zu Salvator und bat ihn: „Doktor, wir fahren bald in die Anden, womöglich für längere Zeit. Erlauben Sie mir, vorher meine Tochter und Enkelin zu besuchen.“
Salvator liebte es nicht, wenn seine Dienstleute sein Anwesen verließen, und zog es deshalb vor, Alleinstehende zu beschäftigen.
Christo sah erwartungsvoll in Salvators Augen, Dieser blickte ihn forschend an: „Geh, aber sei spätestens in drei Tagen wieder hier. Und vergiß nicht unsere Abmachung: Schweig und hüte deine Zunge! Warte bitte.“
Salvator verließ das Zimmer und kehrte mit einem Wildledersäckchen voll goldener Pesetas zurück. „Das gehört deiner Enkelin und dir für dein Schweigen.“
Der Überfall
„Wenn er auch heute nicht kommt, Balthasar, dann verzichte ich auf deine Hilfe und suche mir zuverlässigere und geschicktere Leute“, sagte Surita und zauste ungeduldig seinen struppigen Bart. Er trug jetzt einen weißen städtischen Anzug und einen Panamahut und traf Balthasar weit draußen am Stadtrand von Buenos Aires, wo das bebaute Land in die Pampas übergeht.
