„Ich höre nichts“, erwiderte ebenso leise der Hurone, der knieend lauschte. Die Stille zerriß wieder durch den Aufklang des Horns und das „Ah-ah!“ Der Hurone duckte sich vor diesem Laut wie unter einem Peitschenhieb.

„Ja, das ist sicher ER“, meinte der Hurone, zähneklappernd vor Angst.

Auch die anderen Perlenfischer erwachten. Sie drängten sich auf dem von der Laterne erhellten Fleck, schienen vor der Dunkelheit im fahlen gelblichen Licht Hilfe zu suchen. Alle lauschten angestrengt. Ganz in der Ferne erklangen nochmals Horn und Stimme, verstummten dann.

„Das ist ER…“

„Der Meerteufel!“

„Hier können wir nicht länger bleiben!“

„Das ist schrecklicher als die Haifische!“

„Ruft den Kapitän!“

Man hörte das Schlurfen nackter Füße. Gähnend und seine behaarte Brust kratzend, erschien Pedro Surita auf Deck. Er war ohne Hemd, nur in Leinwandhosen, am breiten Ledergürtel hing die Revolvertasche, Surita ging zu den Fischern. Die Laterne beleuchtete sein verschlafenes bronzefarbenes Gesicht, sein dichtes zerwühltes Haar, das ihm in Strähnen in die Stirn fiel, die schwarzen Augenbrauen, den buschigen gesträubten Schnurrbart und einen kurzen angegrauten Bart.

„Was geht hier vor?“

Seine rauhe ruhige Stimme und seine gelassenen Bewegungen beruhigten die Indianer. Alle begannen durcheinander zu sprechen. Balthasar gebot mit einem Handzeichen zu schweigen und sagte:

„Wir haben SEINE Stimme gehört, die Stimme des Meerteufels.“

„Einbildung“, antwortete Pedro verschlafen, tief den Kopf senkend.

„Nein, keine Einbildung. Wir alle hörten das Horn und den Ruf, Ah-ahm, schrien die Fischer aufgeregt.

Balthasar unterstrich: „Ich habe es selbst gehört. Nur der Teufel bläst so das Horn. Niemand sonst auf dem Meer hat so eine Stimme. Wir müssen so schnell wie möglich fort von hier!“



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