Der Jüngling drehte sich wieder auf den Bauch. Es war noch immer zu dunkel, um etwas zu erkennen. Tastend streckte er die Hände aus und berührte Eisengitter, dessen Stäbe weich und glitschig waren durch Algenwuchs und rauh durch abgelagerte Muscheln.

An das Gitter geklammert, fand der Jüngling den Sperriegel. Die schwere runde Gittertür, die den Ausgang des Tunnels versperrte, öffnete sich langsam. Ichtiander schlüpfte durch den Spalt, die Tür schlug hinter ihm wieder zu. Mit kräftigen Kraulstößen schwamm er dem offenen Meer zu.

Im Wasser war es noch immer dunkel. Hin und wieder leuchtete in den Tiefen der matte, bläuliche Schimmer leuchtender Wassertierchen oder trübroter Medusen. Doch in der aufsteigenden Dämmerung verblaßten rasch die Leuchtfarben der kleinen Lebewesen.

Der Amphibienmensch umschwamm ein Felsenriff und spürte ein stechendes Brennen in seinen Kiemen, wie von unzähligen Nadelstichen. Auch das Atmen fiel ihm schwerer. Hinter diesem Riff war das Wasser stets stark verschmutzt durch Tonerdeteilchen, aufgewirbelten Sand und vielerlei Abfälle. Eine nahegelegene Flußmündung verdünnte das Seewasser hier so stark, daß es fast ganz entsalzt war.

Es ist erstaunlich, daß Flußfische in trübem, salzlosem Wasser leben können, überlegte Ichtiander. Wahrscheinlich sind ihre Kiemen gegen Schmutz- und Sandteilchen nicht so empfindlich.

Er reckte sich hoch, wendete nach rechts, nach Süden, und tauchte steil in größere Tiefen. Hier war das Wasser reiner. Ichtiander geriet in eine kalte Unterwasserströmung des Parano-Flusses, die entlang der Küste von Süden nach Norden bis zur Küste floß und ihn weit hinaus in den offenen Ozean trug.

Der Amphibienmensch beschloß, ein wenig zu ruhen. Er liebte es, in der Zeit vor Sonnenaufgang zu schlummern. Es war ganz ungefährlich, denn die Raubtiere des Meeres schliefen noch. Seine Haut empfand wohlig die wechselnde Temperatur der verschiedenen Strömungen.



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