
Plötzlich drang ein dumpfes, polterndes Geräusch in Ichtianders Bewußtsein. Es wiederholte sich mehrmals: das Rasseln der Ankerketten. Die Fischkutter in der einige Kilometer entfernten Bucht lichteten die Anker.
Ein kaum wahrnehmbares fernes Rollen erkannte er als das stampfende Maschinengeräusch eines großen Überseedampfers. Es war die „Horrox“, die zwischen Buenos Aires und Liverpool verkehrte, Der Morgen graute. Nun war keine Zeit mehr zum Träumen. Das Nahen des Ozeanriesen wurde deutlicher. Die Meeresbewohner erwachten. Wohl als erste regten sich die Delphine. Ihr Auftauchen verursachte eine leichte Unruhe, die Ichtiander warnte. Die Delphine schienen dem Schiff entgegenzuschwimmen.
Das Rasseln der Ankerketten und das Tuckern der Motoren kam jetzt von verschiedenen Seiten. Der Hafen erwachte. Ichtiander öffnete die Augen, schüttelte den Schlaf ab, dehnte die Arme und stieg mit einigen Beinschlägen zur Oberfläche empor.
Vorsichtig hob er den Kopf aus dem Wasser und blickte um sich. In der Nähe waren weder Boote noch Schoner. Langsam wassertretend reckte er sich bis zum Gürtel aus dem Wasser.
Kormorane und Möwen kreisten niedrig, manchmal streiften sie im Tiefflug mit der Brust oder einer Flügelspitze die spiegelglatte Oberfläche. Mit rauschendem Flügelschlag flog ein riesiger Albatros über Ichtianders Kopf. Der schneeweiße Sturmvogel hatte schwarze Schwingen, einen roten Schnabel mit gelber Spitze und orangegelbe Beine. Der Amphibienmensch blickte dem prachtvollen Vogel, der zur Bucht flog, bewundernd nach. Ein wenig neidisch dachte er: Solche Flügel müßte ich haben.
Während im Westen die fernen Berge noch im Dunkeln lagen, erhellte sich der Himmel im Osten. Eine leichte Dünung kam auf die golden schimmernden Streifen. Die Möwen flogen höher, das Morgenrot färbte ihr Gefieder rosa.
Auf der matten Wasserfläche kündigten dunkelblaue Streifen die ersten Windstöße an.
