Ein leichter Stoß an die Schulter weckt ihn. Er ist im Bassin. Eilig steigt er hinauf, beginnt mit seinen Lungen zu atmen und zieht tief die blumengesättigte Luft ein.

Einige Minuten später schläft er schon fest im Bett, so wie es der Vater befahl.

Das Mädchen und der Farbige

Eines Tages tauchte Ichtiander nach einem Hurrikan zur Meeresoberfläche empor und bemerkte in seiner Höhe einen treibenden Gegenstand, den er für einen Fetzen Segeltuch hielt, den der Sturm einem Fischerboot entrissen haben mochte. Er schwamm näher heran und bemerkte zu seinem Erstaunen, daß es ein Mensch war — eine Frau, ein junges Mädchen. Es war an einem Brett festgebunden, Ichtiander erschrak. War dieses schöne Mädchen tot? War es nur bewußtlos? Er legte ihren hilflos herabhängenden Kopf bequemer auf dem Brett zurecht, umfaßte das Treibgut und schwamm damit sehr schnell dem Ufer zu, spannte all seine Kräfte an und verhielt mehrmals kurz, um den Kopf des Mädchens, der vom Brett geglitten war, wieder zu betten.

Ichtiander flüsterte: „Hab noch etwas Geduld.“ Er hoffte, daß das Mädchen die Augen öffnen möge, fürchtete aber gleichzeitig, daß es von seinem Anblick erschrecken könnte. Er überlegte, ob er nicht Brille und Handschuhe ablegen sollte, aber er wollte sich damit nicht aufhalten. Außerdem würde er ohne die Handschuhe schwerer vorwärtskommen. Hastig schob er das Mädchen dem Ufer entgegen.

Schon war die Brandungszone erreicht. Nun galt es, vorsichtig zu sein, hier rissen ihn die Wellen zum Ufer. Ichtiander ertastete vorsichtig mit den Füßen den Grund. Endlich erreichte er Flachwasser, hob das Mädchen empor, trug es an den Strand, löste es vom Brett, und an einem schattigen Platz in den Dünen hauchte er ihm seinen Atem ein and versuchte, es ins Leben zurückzurufen.



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