
Das Mädchen überhörte diese Worte, es schwieg und fuhr schließlich fort: „Komisch, mir schien, als wäre ein Ungeheuer bei mir gewesen.“
Ihr Begleiter erwiderte: „Vielleicht war das der Teufel, der Sie für tot hielt und Ihre arme Seele holen wollte. Beten Sie rasch und lehnen Sie sich fest an mich. In meiner Gegenwart kann Ihnen kein Teufel etwas anhaben.“
Ichtiander beobachtete aufmerksam das schöne Mädchen und diesen braunen Mann, der sich als Retter aufspielte. Doch er konnte ihn nicht Lügen strafen, er hatte nur seine Pflicht getan.
Das Mädchen und sein Begleiter verschwanden hinter den Dünen. Ichtiander sah ihnen noch lange nach. Dann richtete er seinen Blick wieder auf den Ozean, der ihm jetzt unermeßlich leer und groß erschien.
Ichtiander verließ sein Versteck, streifte am Ufer entlang, sammelte Fische und Seesterne und trug sie ins Wasser. Allmählich begeisterte ihn diese Beschäftigung, verhalf ihm zu besserer Stimmung, Bis zur Abenddämmerung tauchte er nur ab und zu ins Wasser, wenn die trockene Luft seine Kiemen zu sengen begann.
Ichtianders Diener
Salvator beschloß, in die Stadt zu fahren, ohne Christo mitzunehmen, den Diener, der Ichtiander betreute. Der Indianer freute sich sehr darüber, weil er während der Abwesenheit Salvators Gelegenheit hatte, sich mit seinem Bruder Balthasar zu treffen. Christo würde es schon gelingen, seinen Bruder davon zu benachrichtigen, daß er den Meerteufel gefunden hatte. Nur mußten sie dann gemeinsam überlegen, wie Ichtiander zu entführen wäre.
Christo wohnte jetzt in dem weißen, efeuumrankten Häuschen und traf oft mit Ichtiander zusammen. Sie freundeten sich bald an. Der alte Indianer erzählte ihm vom Leben an Land, Ichtiander dagegen wußte vom Meer mehr als die hervorragendsten Wissenschaftler, und er weihte Christo in die Geheimnisse der submarinen Welt ein. Er kannte alle Ozeane und die wichtigsten Flüsse, und er kannte sich auch in der Astronomie, Navigation, Physik, Botanik und Zoologie aus.
