Aber über die Menschen wußte er wenig. Einiges über die Rassen, die den Erdball bevölkern. Von der Geschichte der Menschheit hatte er jedoch nur eine blasse Vorstellung. Seine politischen und ökonomischen Kenntnisse glichen denen eines fünfjährigen Kindes.

Bei Tag, sobald es heiß wurde, verschwand Ichtiander im Wasser und schwamm hinaus — irgendwohin. In das Häuschen kehrte er erst zurück, wenn die Hitze nachließ, und blieb dort bis zum Morgen.

Wenn es aber regnete oder Sturm aufkam, verbrachte er den ganzen Tag an Land. Bei feuchtem Wetter fühlte er sich an der Luft wohl.

Das Häuschen hatte nur vier Zimmer. In dem einen neben der Küche hauste Christo. Daneben war das Eßzimmer und eine große Bibliothek, die Ichtiander, da er die spanische und englische Sprache beherrschte, in Augenschein nahm. Das letzte und größte Zimmer war Ichtianders Schlafgemach. Dessen Mitte nahm ein Wasserbassin ein. An der Wand stand ein Bett. Manchmal schlief Ichtiander darin, aber er bevorzugte das Bassin als Lager. Als Salvator verreiste, befahl er Christo, darauf zu achten, daß Ichtiander mindestens dreimal wöchentlich in seinem Bett schlafe. Abends erschien der Diener und zeterte wie eine alte Kinderfrau, wenn der Amphibienmensch nicht in seinem Bett schlafen wollte.

„Aber es ist für mich doch viel bequemer, im Wasser zu schlafen“, protestierte Ichtiander.

„Der Doktor hat befohlen, das Bett zu wählen. Du mußt dem Vater folgen.“

Ichtiander nannte den Doktor Vater, jedoch bezweifelte Christo ihre Verwandtschaft. Seine Gesichtshaut und die Hände waren ziemlich hell. Konnte es sein, daß der ständige Aufenthalt unter Wasser die Haut bleichen ließ? Das gleichmäßige Oval des Gesichts, die gerade Nase, die schmalen Lippen und strahlenden großen Augen erinnerten eher an das Gesicht eines Indianers aus dem Stamm der Araukaner, dem auch Christo angehörte.



59 из 158