„Auf einem Wasserpferd? Was ist denn das?“

„Ein Delphin. Ich habe ihn gezähmt. Bei Sturm wurde er einmal weit auf den Strand geworfen, und dabei verletzte er sich eine Flosse. Ich schleppte ihn zurück ins Wasser. Das war eine mühselige Arbeit. Delphine sind im Wasser viel leichter als an Land. Im Meer läßt es sich leichter leben.

Nun war der Delphin zwar wieder im Wasser, aber schwimmen konnte er nicht, sich also auch nicht ernähren. Einen ganzen Monat lang fütterte ich ihn mit Fischen. In dieser Zeit hat er sich an mich gewöhnt, Zutrauen zu mir gefaßt. Und so wurden wir Freunde. Auch die anderen Delphine kennen mich. Es ist herrlich, sich mit den Delphinen im Wasser zu tummeln. Wellen, Fontänen, Sonne, Wind und Lärm! Aber auch am Meeresgrund ist es verlockend. Als ob du in dichter blauer Luft schwimmst. Tiefste Stille. Du spürst deinen eigenen Körper nicht. Er wird so frei und leicht, gehorcht jeder deiner Bewegungen. Ich habe viele Freunde im Wasser. Ich füttere die kleinen Fische so wie ihr die Vögel — sie folgen mir in Schwärmen überall hin.“

„Und Feinde?“

„Es gibt auch Feinde. Haifische und Kraken. Aber ich fürchte mich nicht vor ihnen, ich habe ein Messer.“

„Wenn sie sich die aber unbemerkt nähern?“

Ichtiander staunte über eine solche Frage. „Ich höre sie doch, schon von weitem.“

„Du hörst im Wasser?“ staunte Christo, „Auch wenn Fische ganz leise an dich heranschwimmen?“

„Natürlich. Was ist denn dabei so erstaunlich? Ich höre mit den Ohren und mit dem ganzen Körper. Die Meeresbewohner verursachen ein Beben, das ihnen vorauseilt. Sobald ich solche Schwingungen bemerke, drehe ich mich um.“

„Auch wenn du schläfst?“

„Selbstverständlich.“

Surita hat recht: Für solch ein Wesen lohnt sich die Mühe, dachte Christo. Aber ihn im Wasser zu erwischen — das ist nicht einfach. „Ich höre mit dem ganzen Körper!“ Das ist ja enorm. Das muß ich Surita mitteilen.



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