
„Wie schön ist die Welt unter Wasser.“ Ichtiander begeisterte sich noch immer. „Nein, nie würde ich das Meer gegen eure dumpfe, staubige Erde eintauschen.“
„Warum UNSERE Erde? Du bist doch auch ein Erdensohn“, sagte Christo. „Wer war eigentlich deine Mutter?“
„Ich weiß nicht. Vater meint, daß Mutter bei meiner Geburt starb.“
„Aber sie war doch wohl eine Frau, ein Mensch und kein Fisch.“
„Kann sein“, stimmte Ichtiander bei.
Christo lachte auf. „Bitte erzähl mir jetzt, warum hast du Unfug getrieben, warum hast du die Fischer geärgert, ihre Netze zerschnitten und ihren Fang aus den Booten geworfen?“
„Weil sie mehr fischten, als sie aufessen konnten.“
„Aber sie haben die Fische doch gefangen, um sie zu verkaufen.“
Das verstand Ichtiander nicht.
„Damit auch andere Leute etwas zu Essen haben“, erklärte der Indianer.
„Gibt es denn so viele Menschen?“ staunte Ichtiander. „Genügen ihnen die Vögel und Tiere der Erde nicht? Warum schieben sie sich noch ins Meer?“
„Das kann ich dir nicht so schnell erklären“, sagte Christo gähnend. „Es ist Zeit zum Schlafen.
Kriech ja nicht wieder in deine Wanne. Dein Vater würde sonst böse werden.“ — und Christo ging.
Am nächsten Morgen traf Christo, obwohl er zeitig aufstand, Ichtiander nicht mehr an. Die Steinfliesen waren naß.
„Da hat er doch wieder in der Wanne geschlafen“, knurrte der Indianer vor sich hin, „und ist natürlich wieder ins Meer geschwommen.“
Zum Frühstück erschien Ichtiander mit etlicher Verspätung. Er war verstimmt, stocherte mit der Gabel in seinem Beefsteak herum und murrte: „Wieder gebratenes Fleisch.“
„So, wie es der Doktor angeordnet hat. Aber du hast dich wohl wieder an rohen Fischen sattgegessen? So gewöhnst du dir ganz die gekochte Nahrung ab. Und hast auch wieder in der Wanne geschlafen. Da du das Bett meidest, entwöhnen sich die Kiemen der Luft, und dann jammerst du über Seitenstechen. Zum Frühstück bist du auch zu spät gekommen. Wenn der Doktor zurückkommt, werde ich ihm alles sagen. Du gehorchst überhaupt nicht.“
