„Sag es bitte nicht, Christo. Ich möchte meinen Vater nicht betrüben.“ Gedankenvoll senkte Ichtiander sein Haupt.

Plötzlich blickte er mit seinen großen, diesmal sehr traurigen Augen den Indianer an: „Christo, ich habe ein Mädchen gesehen. Ich habe nie etwas Schöneres gesehen — nicht einmal in der Tiefsee.“

„Warum beschimpfst du dann eigentlich unsere Erde?“

Ichtiander schwärmte: „Ich schwamm auf einem Delphin am Ufer entlang, und unweit von Buenos Aires erblickte ich sie am Strand. Sie hatte blaue Augen und goldenes Haar. Und einmal rettete ich ein Mädchen vor dem Ertrinken. Damals sah ich sie mir gar nicht so genau an. Womöglich ist es dieselbe. Ich glaube, die hatte auch goldenes Haar.“

Der Jüngling grübelte. Dann trat er plötzlich vor den Spiegel und betrachtete sich zum ersten Mal in seinem Leben genau.

„Und was machtest du da?“ wollte Christo wissen.

„Ich wartete auf sie. Aber sie kam nicht mehr zurück. Christo, vielleicht kommt sie nie mehr an den Strand?“

Vielleicht ist es gut, daß ihm das Mädchen gefällt, dachte Christo. Bisher hatte er vergeblich versucht, Ichtiander mit prächtigen Schilderungen zu einem Besuch von Buenos Aires zu verlocken. Dort wäre es für Surita eine Kleinigkeit, sich des Jünglings zu bemächtigen.

Christo knüpfte wieder den Gesprächsfaden. „Schon möglich, daß das Mädchen nicht mehr an den Strand kommt. Aber ich könnte dir helfen, sie zu finden. Du ziehst einen guten Anzug an und kommst mit mir in die Stadt.“

„Und ich werde sie wiedersehen?“ rief Ichtiander begeistert.

„Dort gibt es viele Mädchen. Vielleicht siehst du auch die, die am Strand war.“



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