„Gehen wir am besten gleich!“

„Dafür ist es heute schon zu spät. Zu Fuß in die Stadt, das braucht seine Zeit.“

„Ich schwimme auf dem Delphin, und du folgst am Ufer entlang.“

„Wie eilig du es doch hast.“

„Bei Tagesanbruch werden wir uns auf den Weg machen. Du schwimmst in die Bucht, und ich erwarte dich mit einem festlichen Anzug am Strand. Den muß ich dir aber erst noch besorgen.“ Nachts werde ich noch meinen Bruder treffen, dachte Christo. „Also dann — bis morgen früh.“

In der Stadt

Ichtiander durchschwamm die Buch und stieg ans Ufer. Christo erwartete ihn bereits, trug einen weißen Anzug über dem Arm. Ichtiander betrachtete die schillernde Kleidung, als hätte man ihm eine Schlangenhaut gebracht. Seufzend begann er, sich anzukleiden.

„Komm“, sagte der Indianer vergnügt. Um Ichtiander zu überraschen, führte er ihn durch die Hauptstraßen: Avenida Alvear und Vertis, zeigte ihm den Siegesplatz mit der Kathedrale, das Rathaus im maurischen Stil, den Puertoplatz, den Platz des 25. Mai mit dem Freiheitsobelisken und das von prächtigen Bäumen umrahmte Präsidentenpalais.

Doch Christo hatte eines nicht vorhergesehen: Der Lärm, der Großstadtverkehr, der Staub, die Schwüle und das Gedränge verwirrten Ichtiander gänzlich. Er bemühte sich, in diesem Gedränge das Mädchen zu entdecken. Immer wieder ergriff er Christos Hand und flüsterte: „Da ist sie“, erkannte jedoch gleich wieder seinen Irrtum: „Nein, es war eine andere.“

Es wurde Mittag und die Hitze unerträglich. Christo schlug ein Mahl vor. Sie betraten ein kleines Kellerrestaurant. Hier war es kühl, aber laut. Und die Luft verbraucht. Zerlumpte Leute rauchten stinkende Zigarren. Ichtiander erstickte fast. Außerdem wurde mit unverständlichen Ausdrücken schrill gestritten.

Ichtiander trank große Mengen kalten Wassers, ohne das Essen auch nur anzurühren. Traurig meinte er: „Es ist leichter, ein bestimmtes Fischlein im Ozean zu finden, als in diesem Strudel einen Menschen. Eure Städte sind mir widerwärtig. Hier ist es stickig, und alles stinkt. Ich bekomme schon Seitenstechen. Laß mich nach Hause, Christo!“



64 из 158